Vivo V23 5G im Test

Ein Chamäleon für Insta-Freunde

Von Michael Spehr
18.05.2022
, 11:33
Das Mittelklasse-Smartphone V23 5G von Vivo hat eine interessante Selfie-Kamera. Das spektakulärste Detail ist jedoch die Rückseite der goldfarbenen Variante.
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Auf den ersten Blick erinnert es an ein iPhone: Der umlaufende Aluminiumrahmen mit senkrechter Kante ähnelt verblüffend den aktuellen Apple-Smartphones. Mit einer Bildschirmdiagonale von 6,44 Zoll ist genau die Mitte zwischen einem iPhone 13 und dem iPhone 13 Pro Max getroffen. Die Rede ist vom V23 5G des chinesischen Herstellers Vivo, das wir einige Zeit ausprobiert haben. Auch der rückseitige Kamerabuckel ist eine Anleihe an die Apple-Welt. Hier sind drei Optiken untereinander angeordnet. Das spektakulärste Detail ist jedoch die Rückseite der goldfarbenen Variante. Je nachdem, wie man das Gerät hält, wechselt die Farbe von Gold zu einem schimmernden Blautürkis. Doch nicht nur das, die Rückseite lässt sich mit Ornamenten verzieren, indem man eine Schablone auflegt und den Rücken mit UV-Licht beleuchtet. Die bestrahlten Bereiche sind einige Stunden dunkel. Solche photochromatischen Oberflächen kennt man von selbsttönenden Brillengläsern, die ebenfalls auf UV-Licht reagieren.

Das Chamäleon aus China wirkt gut und hochwertig verarbeitet, ist allerdings nicht gegen Wasser geschützt. Für einen Preis von etwas mehr als 500 Euro verblüfft auch das Amoled-Display mit satten Farben und starken Kontrasten. Es erreicht eine gute Helligkeit und bietet neben der Bildwiederholrate von 60 Hertz auch 90 Hertz an. Die Auflösung liegt bei 2400 x 1080 Pixel, also etwas weniger als beim iPhone 13.

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Hinsichtlich des Arbeitstempos hält dieser Androide mit den Rivalen aus der Apple-Welt ebenfalls nicht mit. Hier kommt ein Mittelklasseprozessor zum Einsatz, der Dimensity 920 von Mediatek. Er hat zwei ARM-Cortex-Kerne mit bis zu 2,5 Gigahertz, und das „System on a Chip“ unterstützt 5G, Wifi 6 und Bluetooth 5.2. Zwei SIM-Karten lassen sich in der Halterung einsetzen. Der interne Speicher ist mit 256 Gigabyte üppig, lässt sich aber nicht mit Speicherkarten erweitern. 12 Gigabyte RAM sind ebenfalls ein nettes Extra.

Das Gerät kommt mit Android 12, über das Vivo seinen hauseigenen Betriebssystemaufsatz Funtouch setzt. Die Software wirkt gefällig und schlicht, kein Vergleich mit dem Nervkram, wie ihn unter anderem Samsung aufspielt. Auch hält sich die Zahl nicht löschbarer Apps in Grenzen. Ein biometrischer Fingerabdruckscanner ist unter dem Display eingelassen, er funktioniert deutlich besser als der im Google Pixel 6 Pro. Dazu kommt noch eine biometrische Gesichtserkennung, die zwar beim ersten Scan ratzfatz das eigene Gesicht erfasst, aber bei der Entsperrung des Geräts eher schlecht als recht arbeitet.

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Die Kameraabteilung auf der Rückseite besteht aus einer Hauptkamera mit 64 Megapixeln, 25 Millimeter Brennweite und Blende f/1,89 sowie aus einem 120-Grad-Ultraweitwinkelobjektiv mit 8 Megapixeln, 16 Millimeter Brennweite und Blende f/2,2. Dazu kommt ein Makro für Aufnahmen ab 4 Zentimeter Entfernung mit 2 Megapixeln, 24 Millimeter Brennweite und Blende f/2,4. Die Aufnahmen sind gefällig, es fehlt indes der Zoom.

Die Besonderheit sind die beiden Frontkameras auf der Vorderseite. Die eine hat 23 Millimeter Brennweite und einen 50-Megapixel-Sensor mitsamt Augenerkennung. Die andere ist eine 105-Grad-Ultraweitwinkeloptik mit 8 Megapixel und 18 Millimeter Brennweite. Ein doppelter LED-Blitz soll für eine bessere Ausleuchtung von Portraitaufnahmen sorgen, und einzigartig ist die Option, die Farbtemperatur des Blitzes einzustellen.

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In Verbindung mit den zahlreichen Funktionen für Selbstporträts erhält die Generation Instagram viele Möglichkeiten für stundenlanges Experimentieren mit Selfies. Neben den üblichen Kameratricks gibt es auch Funktionen für die automatische Generierung eines schmaleren Gesichts, für die Verkleinerung des Kinns und für die Nasenbearbeitung. Auch Mundform und Augenabstand lassen sich per Software ändern.

Falls der Selbstverliebte auch seine Körperhaltung optimieren möchte, ist die Vivo-Software ebenfalls hilfsbereit: Für das passende Selfie werden optimale Posen vorgeschlagen und in einer Augmented-Reality-Darstellung über das Motiv gelegt. Man kann vortrefflich über all das lästern, aber wer sich etwas länger mit den Selfie-Funktionen beschäftigt, ist dann doch durchaus angetan von den überraschend guten Ergebnissen.

Quelle: F.A.Z
Autorenporträt / Spehr, Michael (misp.)
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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