Bose-Soundbar und Apple TV

Atmosphäre im Wohnzimmer

Von Marco Dettweiler
14.10.2021
, 10:57
Schöner Riegel: Die Soundbar 900 von Bose macht sich schmal unter dem Fernseher und bietet dennoch großen Klang. Einen externen Subwoofer hat sie nicht – und braucht sie meistens auch nicht.
Die Soundbar 900 von Bose eignet sich als Klangverstärkung für das Fernsehgerät ebenso wie als Musikanlage. Nimmt man noch Apple TV hinzu, läuft sie zu Hochform auf.
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Elektronische Unterhaltung findet im Wohnzimmer statt. Dort hört man Musik und schaut Filme. Wenn es nicht aussehen soll wie im Studio oder Kino, muss die Menge der Gerätschaften reduziert werden. Aus ästhetischen und platztechnischen Gründen ist die Soundbar als All-in-one-Gerät im Vorteil, weil sie sich unter dem Fernseher meist schmal und klein macht. So wie etwa die Soundbar 900 von Bose für 950 Euro, die nur knapp 6 Zentimeter hoch, 10 Zentimeter tief und etwa einen Meter lang ist. Von dieser Größe gibt es einige Produkte auf dem Markt, das von Bose ist in der weißen Version unseres Erachtens zurzeit das hübscheste.

Die Soundbar ist schnell mit dem Fernsehgerät gekoppelt. Bis auf die klassische Verbindung mit dem HDMI-Kabel läuft der Rest über das Smartphone. Die App Music von Bose verwaltet alle Produkte des Herstellers. Was uns jedes Mal am amerikanischen Unternehmen ärgert: Bose verlangt eine Anmeldung, bevor es losgehen kann. Dann funktioniert die Einbindung auf die übliche Art, indem das Smartphone die Soundbar ins heimische Netz integriert und als Fernbedienung agiert. Uns gefällt die App von Bose so gut, dass die beiliegende Fernbedienung im Karton blieb. Die App ist aufgeräumt, schick gestaltet und bietet alle Funktionen, die man braucht. Die Quelle lässt sich mit einem Tipp auswählen: TV, Bluetooth, Airplay. Ein Equalizer ist an Bord. Zwei Assistenten, Google und Alexa, lassen sich einrichten. Die Soundbar hat ebenso Spotify Connect integriert.

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In den Tiefen zeigt sich der Klang mit Schwächen

Somit bietet Bose alles, was man braucht, um Musik in moderner Weise zu hören. Auch klanglich: Wie bei seinen Kopfhörern und Mini-Monolautsprechern schafft es Bose, einen gefälligen Klang abzuliefern, der Spaß macht. Die Soundbar klingt nie nervig oder spitz, analytischer und kalter Sound ist ihr fremd. Der Bass durchdringt angenehm das Wohnzimmer. Manchmal dürfte er zurückhaltender sein. Hin und wieder schleichen sich etwas zu undefinierte Tiefen ein. Dann hat man das Gefühl, dass Bose einen externen Subwoofer mit großer Membran, den manche Soundbars als Partner haben und der meist störend in der Ecke steht, digital simuliert. Uns würde es nichts ausmachen, wenn die Soundbar selbstbewusst den Gang in die tiefsten Tiefen vermeiden würde. Das ist gerade dann verzichtbar, wenn man eher wenige Actionfilme schaut, in denen es kracht und scheppert. Solche Frequenzen gehen sowieso mehr in den Magen als ins Ohr. Dennoch ist im Wohnzimmer mit dem Bose-Riegel einiges los, wenn es im Film dumpf zugeht.

Hübsche Kiste: Apple TV 4K als Bild- und Tonlieferant
Hübsche Kiste: Apple TV 4K als Bild- und Tonlieferant Bild: Apple

Momentan müssen Soundbars eher eine andere Kunst beherrschen: Dolby Atmos. Das Format ist auf dem Weg zum Standard, sei es im großen oder im heimischen Kino. Dabei kommt der Filmsound nicht nur von vorn, hinten und der Seite, sondern ebenso von oben. Man spricht von Raumklang. Was sich jeder auch ohne Expertenwissen schnell denken kann: Das kann mit einer Soundbar nicht funktionieren, weil sie ja nur Schall von vorne produzieren kann. Ja, das stimmt. Aber nicht nur die Ingenieure von Bose beherrschen allerlei digitale Tricks, um so zu tun, als käme der Sound zumindest von der vorderen Hälfte des Raumes. Und der Schall geht zum Teil tatsächlich nach oben weg, wie man an den beiden Seiten sehen kann, wo ein Netz die horizontal sitzenden Membranen verdeckt. Man muss sich nichts vormachen: Zurzeit gibt es eine einzige Soundbar auf den Markt, die Raumklang wirklich gut simulieren kann. Das ist die Ambeo von Sennheiser für 2500 Euro. Alle anderen Versuche sind ambitioniert, aber reichen nicht an eine Surroundanlage mit mehreren Lautsprechern und Subwoofer heran.

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Die Navigation durch die Apple-Umgebung läuft effizient

In diesem Zusammenhang haben wir uns das neue Apple TV 4K angeschaut. Denn das Unternehmen aus Cupertino treibt die Verbreitung von Dolby Atmos nicht nur auf seiner TV-Plattform voran. Im Streamingdienst Apple Music wächst die Anzahl der Alben täglich, die in Dolby Atmos gemischt sind. Wir haben also die Set-Top-Box mit dem Fernseher über HDMI verbunden, um für eine Weile den Smart-TV-Bereich des Gerätes mit der Plattform von Apple zu ersetzen. Das ist übrigens gar nicht so einfach und schnell gemacht. Damit die Dolby-Atmos-Signale von Apple TV über den Fernseher zur Soundbar gelangen können, muss diese mit der ARC-Variante des HDMI-Eingangs verbunden und der Fernseher für Dolby Atmos vorbereitet sein, um schließlich in den Einstellungen dieses Format auswählen zu können.

Für Produkte wie Apple TV 4K gilt wie immer: Wer seine digitale Umgebung auf Apple ausgerichtet hat, bekommt ein Produkt, das sich bestens integriert. Das beginnt schon mit der Einrichtung über das iPhone, der Verwendung von iCloud und die Anbindung von AirPlay. Eine wesentliche Neuerung ist die neu gestaltete Fernbedienung von Apple, die größer als die vorherige, dafür aber bedienungsfreundlicher ist. Im Unterschied zum Produkt von Bose will man die Fernbedienung nicht aus der Hand legen – auch wenn die Bedienung mit dem iPhone möglich wäre. Mit dem „touchbasierten Clickpad“ und der Taste für den Sprachassistenten Siri lässt sich schnell und effizient navigieren, vorspulen, suchen und auswählen. So gibt es einige Sprachbefehle, die das Klicken und Wischen auf dem Clickpad ersparen.

Man muss nicht lange suchen, um einen Film oder eine Sendung im Format Dolby Atmos zu finden. Gerade in der hauseigenen, bezahlpflichtigen Plattform tv+ gibt es kaum noch neue Inhalte, die ohne das Format präsentiert werden. Da Apple Music als App zur Verfügung steht, ist der Wechsel vom Bose-Riegel als klanglicher Verstärkung für den Fernseher hin zur schmalen HiFi-Anlage für die Wiedergabe von Musik nur einen Klick entfernt. In beiden Fällen wird das Format Dolby Atmos unterstützt.

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Als wir uns einen Abend lang durch Apple Music wühlten, um den Klang der Soundbar von Bose zu testen, schälte sich die Erkenntnis heraus, dass sich dieser schicke, schmale Riegel für Musik ebenso gut eignet wie für Filme. Lediglich der Bass ist uns ab und zu etwas dominant, sodass der Equalizer eingreifen musste. Bei Dolby-Atmos-Aufnahmen läuft die Soundbar zu Hochform auf – was natürlich auch mit der neuen Abmischung und dem somit anderen Klang der Titel zu tun hat. Man kann den Eindruck gewinnen, dass Bose die Soundbar geradezu auf das neue Format abgestimmt hat. Die Musik wirkt luftig, differenziert und entspannt. Insofern passen Boses Soundbar 900 und Apple TV 4K wunderbar zusammen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Dettweiler, Marco
Marco Dettweiler
Redakteur in der Wirtschaft.
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