FAZ plus ArtikelAssistenzsysteme fürs Motorrad

Easy Radar

Von Walter Wille
08.04.2021
, 16:30
2021 ist das Jahr, in dem die ersten Motorräder auf den Markt kommen, die automatisch bremsen und Gas geben können. Wir haben uns von ihnen fahren lassen.

Selbstfahrende Motorräder? Eine bizarre Vorstellung. Maschinen auf zwei Rädern, die von sich aus lenken und die Balance halten, Gas geben und bremsen, unabhängig von der Person, die draufsitzt? Noch vor nicht allzu langer Zeit hätten wir abgewinkt: reine Utopie, undenkbar. Inzwischen sind wir uns da nicht mehr so sicher.

Im Jahr 2021 betritt eine Generation von Motorrädern die Bühne, die auf verblüffende Weise demonstriert, wohin die Reise geht. Radartechnik hält Einzug, eingebunden in ein elektronisches Nervengeflecht, vernetzt mit allerlei Assistenzsystemen. Erstmals gibt es Krafträder zu kaufen, die mit adaptiven Tempomaten und erstaunlichen Fähigkeiten ausgestattet sind. Radarsensoren versetzen sie in die Lage, selbständig zu entscheiden, wann gebremst und beschleunigt wird. Und das tun sie dann auch, mal sanft, mal resolut, je nach Lage der Dinge.

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Der Fahrschlauch oder Wie funktioniert ACC?

Im Handbuch zur R 1250 RT erklärt BMW das so: „Vom Radarsensor in der Front werden vorausfahrende Objekte erkannt. Gleichzeitig ermittelt der Radarsensor über die Gierrate und Fahrzeuggeschwindigkeit den sogenannten Fahrschlauch, also den Korridor, in dem sich das Motorrad die nächsten zirka 100 Meter bewegen wird. Befindet sich eines der erkannten Objekte im Fahrschlauch, wird darauf reagiert und die Geschwindigkeit so angepasst, dass der gewünschte Abstand zum Objekt sichergestellt wird.... Der Radar hat eine maximale Sichtweite von zirka 120 Metern. Bei hohen Geschwindigkeiten und dynamischer Eigenbewegung des Fahrzeugs, zum Beispiel bei Spurwechsel, kann es zu Einschränkungen der Objektdetektion kommen.“ Weiter wird unter anderem darauf hingewiesen: „ACC kann bei bestimmten Objekten und komplexen Verkehrssituationen unbegründet warnen und bremsen. Beispielsweise können eine verengte Fahrspur (Baustelle) oder fliegende Objekte (z. B. Bälle oder Plastiktüten) zu einer Warnung oder einer Verzögerung durch ACC führen.“ Und: „Bei unruhiger Fahrweise, kurvigem Straßenverlauf oder versetztem Fahren innerhalb einer Fahrspur kann es vereinzelt vorkommen, dass erkannte Fahrzeuge der falschen Fahrspur zugeordnet werden. Die Abstandregelung wird dann auf das falsche Fahrzeug angewendet, was zum unerwarteten Bremsen oder Beschleunigen führen kann.“

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Wille, Walter
Walter Wille
Redaktion „Technik und Motor“
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