Erste Probefahrt im Cupra Born

Spaniens sportlicher Spannungsbogen

Von Holger Appel
17.10.2021
, 15:00
Kupfer und Kante: Der Cupra Born fährt mit scharfem Schnitt im November auf den Markt.
Cupra ist jetzt die spanischste Marke im VW-Konzern. Sie fährt in einer Nische und frohlockt. Der elektrische Born setzt interessante Akzente.
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Es gibt derzeit einige Submarken, die aus dem Schatten ihrer Eltern heraustreten wollen. Cupra ist eine davon, und wie nicht repräsentative Umfragen im Freundeskreis ergeben, ist der Bekanntheitsgrad noch steigerungsfähig. Doch mit Geduld und Design fahren die feurigen Gedanken zugeneigten Spanier aus der VW-Seat-Familie schon recht beachtliche Erfolge ein. In diesem Jahr seien bereits 50.000 Autos unter dem kupferfarbenen Emblem verkauft worden, der Umsatz habe die Milliarden-Grenze klar überschritten, heißt es, weshalb die Ziele für dieses Jahr schon jetzt übertroffen und deshalb für die Folgezeit nach oben gesetzt worden seien.

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Ein Baustein, wenn nicht der Baustein, soll der vom Volkswagen ID.3 abgeleitete elektrische Kompaktwagen Born sein, der in diesen Tagen auf die Straße kommt. Mit ihm soll der Absatz kurzfristig verdoppelt werden. Er ist innerlich stark am schon länger erhältlichen Konzernbruder von VW angelehnt, tritt aber äußerlich eigenständig auf. Seine sportliche Orientierung haben ihm die Designer ins Kleid geschnitten, der 4,32 Meter lange Born kommt knackig frisch daher.

Auch im eng am Passagier anliegenden Innenraum erinnert wenig an den Volkswagen, der Cupra spielt deutlich stärker mit Emotion, schüttelt alle Tristesse ab und setzt schicke Akzente. Elektroautos sind in der Herstellung überdurchschnittlich teuer, deswegen sparen die Hersteller oft in der Einrichtung, was hier erfreulicherweise weniger zu spüren ist als andernorts. Nur der wie ein zu lauter Teppichklopfer ploppende Blinker irritiert. Kurz haben wir uns auf der ersten Testfahrt erwischt, wie wir uns einen Sportauspuff und zwei Fehlzündungen gewünscht haben, aber zu hören und zu spüren ist natürlich nur ein Surren. Daraus soll und muss der Born seine Anziehungskraft ziehen.

Er beschleunigt und fährt zupackend, die 1,7 Tonnen Leergewicht nimmt der Antrieb locker. Die Höchstgeschwindigkeit ist stets auf 160 km/h begrenzt. Die Kraft wird an die Hinterräder geleitet. Es wird Versionen von 150 bis 231 PS, mit 45 bis 77 kWh Netto-Akkukapazität und 350 bis 540 Kilometern Normreichweite geben. Gestartet wird mit 204 PS, 58 kWh und 427 Kilometern Normreichweite für 37.220 Euro.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Appel, Frank-Holger (hap.)
Holger Appel
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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