Mercedes EQB und C-Klasse

Elektrisch fühlen oder konventionell wühlen

Von Martina Göres
23.11.2021
, 10:08
EQA plus: Neuer EQB, länger und  mit mehr Platz
Wer gut 50.000 Euro ausgeben will, kann diese in den neuen, rein elektrischen Mercedes EQB investieren oder in den neuen, höher gelegten C-Klassen-Kombi. Die Elektroauto-Förderung macht den EQB letztlich deutlich billiger.
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Mit dem EQB bringt Mercedes Ende November sein zweites kompaktes Elek­tro-SUV auf den Markt. Der 4,68 Meter lange Wagen soll auch Familien mit größerem Platzbedarf für sich einnehmen. Er ist nicht nur 22 Zentimeter länger als der EQA, sondern auf Wunsch zudem als Siebensitzer mit zwei versenkbaren Einzelsitzen in dritter Reihe erhältlich. Als Fünfsitzer ist der hochwertig verarbeitete EQB sehr geräumig, auch das Ladeabteil fällt mit 495 bis 1710 Liter großzügig aus. Wer die um 14 Zentimeter längs verschiebbare Rückbank ordert, kann bis zu 190 Liter mehr Gepäck unterbringen.

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Zunächst gehen zwei auch im technisch eng verwandten EQA angebotene Allradversionen an den Start, die sich in der Leistung, nicht aber hinsichtlich Verbrauch und Reichweite unterscheiden. Sowohl im 300 4Matic mit 228 PS als auch im 292 PS starken 350 4Matic sorgen zwei E-Maschinen an Vorder- und Hinterachse für den Antrieb. Nach 8,0 und 6,2 Sekunden ist die 100-km/h-Marke erreicht, die Höchstgeschwindigkeit ist in beiden Versionen auf 160 km/h begrenzt. Die 66,5 kWh fassende Batterie entspricht der des EQA, sie soll Energie für bis zu 419 Kilometer Fahrt bereitstellen, den Stromverbrauch gibt Mercedes mit 18,2 kWh je 100 Kilometer an.

Auf einer ersten längeren Ausfahrt mit dem 300 4Matic, mit dem man trotz einer Masse von 2,2 Tonnen flott vorwärtskommen kann, notierten wir einen Bedarf von 22,2 kWh auf 100 und somit eine Reichweite von rund 300 Kilometern. Im Vergleich zum sportlicheren EQA federt der EQB komfortabler, auf Wunsch lässt sich das Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern ausstatten. Beachtlich ist die Ruhe im gut gedämmten Innenraum; die ab 100 km/h zunehmenden Windgeräusche sind nicht wirklich störend. Schnelles Laden ist mit maximal 100 kW möglich, da vertragen Škoda Enyaq und VW ID.4 mit 125 kW oder der BMW iX3 mit bis zu 150 kW deutlich mehr.

Mercedes verspricht aber eine gleichbleibend hohe Ladeleistung über eine große Bandbreite, im Idealfall soll die Batterie in 32 Minuten von zehn auf 80 Prozent gefüllt sein. An einer Wallbox mit 11 kW Wechselstrom ist der Akku nach knapp sechs Stunden wieder auf der Höhe. Die Navigation errechnet die jeweils günstigste Ladestrategie, nennt passende Ladestopps mit freien Ladesäulen und berücksichtigt nicht nur die Topographie, sondern auch das Wetter auf der jeweils effizientesten Route. Fünf unterschiedliche Rekuperationsgrade können über Lenkradwippen angewählt werden, im stärksten wird das Bremspedal kaum mehr gebraucht.

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Äußerlich unterscheidet sich das kantige SUV nur durch den EQ-typischen Black-Panel-Grill und das Leuchtenband an Front und Heck von seinem konventionell motorisierten Bruder GLB. Preise nennt Mercedes noch nicht, wir rechnen mit mindestens 55.000 Euro für den 300 4Matic. Viel Geld für ein Kompakt-SUV, der identisch motorisierte EQA ist mit 53.540 Euro aber kaum günstiger. Eine frontgetriebene sowie eine besonders reichweitenstarke Version des EQB sollen folgen.

All-Terrain-Version der C-Klasse

Auch wenn die Zeichen bei Mercedes-Benz voll auf Elektrifizierung stehen und das Portfolio im nächsten Jahr schon acht vollelektrische EQ-Modelle umfassen soll, gibt es doch auch andere Neuheiten zu vermelden. So steht für das T-Modell der erfolgreichen C-Klasse von Ende des Jahres an erstmals auch eine robuste All-Terrain-Version im Handel. Mit dezentem Offroad-Look, 40 Millimeter mehr Bodenfreiheit, serienmäßigem Allradantrieb und zwei Offroad-Fahrprogrammen hat das 4,76 Meter lange Crossover-Modell in einem ersten kurzen Test gezeigt, dass es nicht nur leichtes Gelände unter die Räder nehmen kann, sondern auch mit matschigem Untergrund auf 50-Prozent-Steigungen zurechtkommt.

Zwei Mildhybrid-Motorisierungen mit 48-Volt-Technik, gekoppelt an die Avantgarde-Ausstattung und Neunstufenautomatik, sind im Angebot. Der 1,5-Liter-Benziner im 53.014 Euro teuren C 200 4Matic leistet 204 PS, mindestens 55.395 Euro sind für den 200 PS starken 2,0-Liter-Turbodiesel im C 220d 4Matic zu zahlen. Wie das konventionelle T-Modell der C-Klasse kann auch der All Terrain bis zu 1800 Kilogramm an den Haken nehmen.

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Quelle: F.A.Z.
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