FAZ plus ArtikelStrombasierte Kraftstoffe

Der flüssige Akku

Von Johannes Winterhagen
27.09.2020
, 20:33
Synthetisch hergestellt: Wasserstoff oder Kohlenwasserstoffverbindungen werden mit Hilfe von Grünstrom produziert und in Brennstoffzellen oder Verbrennungsmotoren genutzt.
Strombasierte Kraftstoffe versprechen weitgehend CO2-neutrale Mobilität, ohne große Akkus durch die Gegend fahren zu müssen. Welche Chancen hat der neue Ansatz?

Am Anfang stehen immer Sonne und Wind und der daraus erzeugte Strom. Könnte der überall auf der Welt nach Bedarf produziert und auf beliebig kleinem Raum gespeichert werden, brauchte es den Rest dieser Geschichte nicht. Denn nichts ist so effizient wie ein Elektroantrieb. Auch wenn unserer Erfahrung nach allein das Laden rund zehn Prozent des getankten Stroms kostet und Wärme für den Innenraum elektrisch erzeugt werden muss, halten wir 70 Prozent Wirkungsgrad vom Windrad zum Rad für machbar. Solche Werte erreichen weder Verbrennungsmotoren noch Brennstoffzellen.

Doch selbst wer begeistert das Fahrpedal eines Elektrosportwagens zu Boden drückt oder sich am lautlosen Gleiten eines elektrischen Kleinwagens in der Stadt freut, kann ins Grübeln kommen: Ist es sinnvoll, in einem langstreckentauglichen Auto 650 Kilo Akku herumzufahren? Wie viel Aufwand müsste man in eine Infrastruktur stecken, damit alle Lastwagen auf einem überfüllten Rastplatz gleichzeitig Strom tanken? Und wie soll ein batterieelektrischer Flug über den Atlantik funktionieren, wenn das Akkugewicht doch höher wäre als die Nutzlast?

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