Neue Premium-Automarke

Vietnam will es Vin und Fast

Von Thomas Geiger
24.10.2021
, 20:23
Bewährtes Konzept: VinFast will sich als reine Elektromarke etablieren, seine Autos aber in klassische SUV-Kleider stecken.
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VinFast ist eine neue, vietnamesische Automarke. Sie gehört einem Selfmade-Milliardär, der sich den ehemaligen Opel-Chef Lohscheller ins Team geholt hat. Im Angebot sollen ausschließlich Elektroautos stehen.
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Pham Nhat Vuong ist der reichste Mann Vietnams. Was er anfasst, wird zu Geld. Jetzt will er mit der Automarke VinFast reüssieren, für die er schon für 3,5 Milliarden Dollar eine Fabrik mit einer Jahreskapazität von 250.000 Einheiten in weniger als zwei Jahren gleichsam aus dem Urwald gestampft hat. Vuong hat mit dem Lizenzbau von BMW-Modellen schon Erfahrung im Autogeschäft, anders als diese Flotte für den Heimatmarkt werden die Exportmodelle allerdings keine mit Verbrennungsmotor mehr sein.

Auch VinFast reitet auf der Welle der Elektrifizierung und will sich als reine Elektromarke etablieren. Die Fahrzeuge dafür werden gemeinsam mit deutschen Zulieferern wie Bosch oder ZF entwickelt, mit asiatischen Batterien bestückt und von Italienern eingekleidet. Das Design verantwortet Pininfarina in Turin. Zwar werden die finalen Entwürfe von e35 und e36, die etwa das Format von BMW X3 und BMW X5 haben, erst zur Premiere auf der Autoshow in Los Angeles im November und der CES 2021 in Las Vegas fertig. Das Netz für den Direktvertrieb ist noch in Planung, zu Leistung und Reichweite schweigen sich die Macher aus, und der einzige Hinweis zu den Preisen ist die Absicht, „auf jeden Fall im Premium-Segment“ anzutreten, sprich: Die Preise dürften bei mindestens 50.000 Euro und darüber liegen.

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Doch immerhin gibt es schon eine Handvoll Animationen und ein paar blumige Ankündigungen, die unlängst in Turin verkündet wurden, aus denen sich das Bild zweier ziemlich klassischer SUV zeichnen lässt, die mit einem patriotischen V als LED-Signatur im Kühler und einer markanten Fenstergrafik an der Flanke zwar eigenständig auftreten, die aber weder innen noch außen aus dem üppigen Feld der Konkurrenten herausstechen. Da hat VinFast offenbar etwas der Mut verlassen.

Zwar hat Vuong bislang so ziemlich alles geschafft, was er sich vorgenommen hat. Doch hat der Selfmade-Milliardär auch gelernt, dass er für solche Abenteuer die richtigen Partner braucht, und sich für den Sprung ins Ausland einen Autoboss geholt, der sich in Nordamerika und in Europa bestens auskennt. Die Geschäfte von VinFast führt seit Kurzem kein Geringerer als der ehemalige amerikanische Finanzchef des VW-Konzerns und bisherige Geschäftsführer von Opel, Michael Lohscheller.

Quelle: F.A.Z.
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