Geprüft: BMW 320i als Touring

Schon fast ein Fünfer

Von Boris Schmidt
07.04.2021
, 20:17
Der 3er ist das Herzstück von BMW. In Deutschland ist vor allem der Kombi, Touring genannt, beliebt. Der 320i im Kurztest.

Der 3er ist das Herzstück von BMW und Stückzahlenkönig. Allein von der sechsten Generation wurden 1,7 Millionen Einheiten verkauft. Die siebte ist nun schon seit zwei Jahren auf dem Markt, der Kombi, für den sich zwei Drittel der deutschen Kunden entscheiden, seit anderthalb. Er ist das Angebot an alle, die mehr Flexibilität brauchen, und sein Ladetalent steht außer Frage, bis zu 1510 Liter Volumen packt der Touring bei umgeklappten Rücksitzlehnen weg, die ebene Ladefläche misst in der Länge 1,80 Meter.

Dazu verwöhnt er mit Details wie dem separat zu öffnenden Heckfenster oder den optionalen Gumminoppen im Ladeboden, die Ladung vor dem Verrutschen sichern. Und die Klappe schwingt elektrisch nach oben. Weil der siebte 3er im Vergleich zum Vorgänger abermals gewachsen ist und mit 4,71 Meter Außenlänge sowie 2,85 Meter Radstand beinahe die Dimensionen eines frühen 5er erreicht, bietet er sich für Fünferfahrer an, die künftig etwas bescheidener auftreten wollen. Neun Antriebsvarianten stehen zur Wahl, je vier Benziner oder Diesel und ein Plug-in-Hybrid. Im gefahrenen 320i passen Ziffern und Hubraum zusammen, doch auch der 318i mit 150 PS und der 330i mit 258 PS haben Zweiliter-Vierzylinder-Triebwerke. Der 340i ist dann ein Dreiliter-Sechszylinder mit 374 PS, Allradantrieb ist obligatorisch.

Schon mit den 184 PS des 320i und seinem maximalen Drehmoment von 300 Nm ist man ausreichend gut bedient, in der Spitze sind 230 km/h möglich. Allerdings klingt der Motor bei voller Leistungsanforderung angestrengt. Aber wohl kein Mittelklasse-Kombi ist so fahraktiv wie der BMW, Lenkung und Fahrverhalten sind vorbildlich, die Gewichtsverteilung ist 50 zu 50, man muss es wirklich darauf anlegen, bis die angetriebene Hinterachse in Kurven etwas leichter wird. Die Achtgang-Automatik fügt sich nahtlos ins gute Gesamtbild ein.

Einen Punkt des Tadels gibt es aber: Der BMW ist viel zu hart gefedert. Er poltert regelrecht durch Löcher auf der Straße. Dass wir am vorletzten Tag der Testfahrten liegen geblieben sind, ist eine selten gewordene Ausnahme, aber niemand ist perfekt: Getriebeprobleme. Positiv ist der niedrige Kraftstoffverbrauch von im Durchschnitt 7,8 Liter Super. Offenbar bringt die Mildhybrid-Technik mit dem kleinen elektrischen Helfer fürs Starten und Anfahren etwas. Ohne Extras fordert BMW 43.100 Euro, mit werden es saftige 67.300 Euro.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schmidt, Boris
Boris Schmidt
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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