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Feldmann und die IAA

„Der faulste Oberbürgermeister Deutschlands“

Von Ewald Hetrodt
Aktualisiert am 27.09.2019
 - 13:00
Unter Beschuss: Frankfurts Oberbürgermeister
Kein anderes Thema sorgt in der Frankfurter Politik für so viel Diskussionsbedarf wie das Automobil. Dabei unter Beschuss steht Oberbürgermeister Feldmann: Manche fordern gar seinen Rücktritt.

Das Thema Migration erregt die hessischen Politiker ebenso wie der Klimawandel und, im Zusammenhang damit, die Rechtspopulisten. In dieser Plenarwoche aber kochte ein Thema hoch, das die Parlamentarier emotional wohl noch mehr mitnimmt: das Automobil. Die Liberalen hatten schon am Mittwoch ein Weltuntergangsszenario mit grün lackierten Elektro-Trabis gezeichnet und sich dafür die Titulierung als museale Automobil-Dinosaurier eingefangen.

Aber die hitzige Debatte genügte den Abgeordneten nicht. Dort arbeiteten sie sich in einer „Aktuellen Stunde“ noch einmal lustvoll an demselben Thema ab. Die AfD-Fraktion sprach sich wegen einer nicht gehaltenen Rede zur Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) für den Rücktritt des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD) aus. „Absurd“, meinte Janine Wissler, die Vorsitzende der Linksfraktion. Die Messe sei eine „gestrige Zurschaustellung von Blech, PS und immer größeren SUVs“. Da sei die Kritik des Sozialdemokraten nur angebracht. In Schutz genommen wurde Feldmann auch von seinem Parteifreund Gernot Grumbach.

Kaya Kinkel (Die Grünen) hingegen vermied eine klare Festlegung und bekam aus den Reihen des schwarzen Koalitionspartners kaum Applaus. Große Resonanz erzielte die Zweiunddreißigjährige aber mit der Bemerkung, dass manche Debattenbeiträge sie an Autokartenspiele erinnere, die früher auf dem Schulhof gespielt worden seien. Dabei hätten die schnellsten Fahrzeuge mit dem größten Hubraum immer die meisten Punkte erbracht.

Feldmann sei „mit einem alten Diesel“ unterwegs

Die Zeit der beliebten Autokartenspiele sei noch lange nicht vorbei, hob der FDP-Abgeordnete Stefan Naas hervor. Nichts spreche dagegen, auch das Kriterium des Kohlendioxid-Ausstoßes einzuführen. Autos seien auf den Schulhöfen heutzutage grundsätzlich nicht mehr angesagt, meinte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen). Wenn ein Kartenspiel überhaupt eine Rolle spiele, dann sei es „Star Wars“.

Besonders aufmerksam hörte Al-Wazir zu, als Naas erklärte, es gebe nur eine Persönlichkeit, die im Unterschied zu Feldmann dafür sorgen könne, dass die IAA auch in Zukunft in Frankfurt bleibe. „Das sind Sie, Herr Ministerpräsident“, meinte der Liberale, der Regierungsbank zugewandt. „Alte Liebe“, war daraufhin aus den Reihen der SPD-Fraktion zu vernehmen. Dort fühlte sich mancher an die Zeiten der bürgerlichen Koalition erinnert.

Dass zwischen CDU und SPD nach wie vor nichts geht, demonstrierte Manfred Pentz, der Generalsekretär der Union. Feldmann sei mit einem „alten Diesel“ unterwegs, schimpfte er. Der sei mindestens so klimaschädlich wie ein moderner SUV. Der Oberbürgermeister vernachlässige nicht nur die Automobilindustrie.

Auch zu Aufsichtsratssitzungen der Fraport erscheine Feldmann nicht, monierte Pentz. „Man könnte ihm unterstellen, dass er der faulste Oberbürgermeister Deutschlands ist.“ Der Sozialdemokrat solle endlich seinen Pflichten nachkommen, forderte der Unionspolitiker, „anstatt in den Boulevardblättern herumzulungern“.

Quelle: F.A.Z.
Ewald Hetrodt - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Ewald Hetrodt
Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.
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