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FAZ plus ArtikelSpekulation über VW-Skandal

Wenn ARD-Journalisten heiße Luft produzieren

Von Carsten Germis
Aktualisiert am 13.09.2019
 - 07:11
Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag auf der Automesse IAA. Sie entsteigt einem Volkswagen. Es ist natürlich kein Diesel, sondern das Elektrogefährt ID.3.
Pünktlich zum Beginn der Automesse IAA wartet die ARD mit einem vermeintlichen Skandal auf: VW betrüge auch bei den neuesten Diesel-Modellen. Der Bericht freilich ist an den Haaren herbeigezogen.

Besser hätte es die ARD nicht inszenieren können. Die Bundeskanzlerin eröffnet in Frankfurt die Automesse IAA. Und wenige Stunden zuvor berichtet der SWR exklusiv und „investigativ“ über – so die Überschrift des „Tagesschau“-Berichts im Netz – „weitere Abschalteinrichtungen bei VW?“. Ein Fragezeichen, dazu ein kleines „offenbar“ relativieren den vermeintlichen Scoop für den aufmerksamen Leser sofort. Doch die Botschaft ist klar: „Nach Recherchen des SWR wurde auch in neuere VW-Diesel-Motoren mit Euro-6-Abgasnorm eine Software eingebaut, die erkennt, ob sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet.“ Zwischen den Zeilen wird damit suggeriert: Volkswagen betrügt die Kunden möglicherweise auch bei den neuen Dieselautos weiter. Nichts gelernt aus dem Diesel-Skandal, der das Wolfsburger Unternehmen immerhin schon mehr als dreißig Milliarden Euro kostete. So suggeriert es die ARD.

Wird wirklich auch bei den Dieselautos der Euro-6-Abgasnorm weiter betrogen? Wenn die ARD auch bei anderen Themen so gründlich „recherchiert“ wie in diesem Fall, dann macht sich Journalismus in Deutschland langsam überflüssig. Gesinnung und Manipulation der Öffentlichkeit kommen daher in einem Gewand, das sich nur noch den Schein der Fakten gibt. „Kein Fahrzeug mit dem Dieselmotor EA288 nach dem heutigen Abgasstandard EU6 in EU28 enthält eine Zykluserkennung“, erklärte VW auf Nachfrage, nachdem die ARD online gegangen war. Auch der SWR dürfte im Zuge seiner Recherche in Wolfsburg nachgefragt haben. Nur: Was so technisch klingt, ist ein klares Dementi. Auch von den Behörden folgten die harten Dementis und kein weichgespültes Blabla.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Germis, Carsten (cag.)
Carsten Germis
Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.
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