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Bentley Exp 100 GT

Groß, elektrisch und 300 km/h schnell

Von Boris Schmidt
 - 17:01
Ist das ein Auftritt. Eine Front wie ein Kristall. zur Bildergalerie

Bentley feiert am heutigen Mittwoch seinen 100. Geburtstag, und bevor am Wochenende im Werk für alle 4200 Mitarbeiter und ihre Familien eine große Party steigt, haben Bentley-Chef Adrian Hallmark und sein Ober-Designer Stefan Sielaff mit einer aufsehenerregenden Studie gezeigt, wie man sich in Crewe die Zukunft des britischen Luxusautoherstellers vorstellt: Groß, elektrisch und noch nicht autonom. Die Studie Bentley Exp 100 GT sei der Bentley für das Jahr 2035, heißt es. Enthüllt wurde sie in einer eigens dafür hergerichteten Halle gleich neben dem Werk: ein riesiges, zweitüriges Coupé mit fließenden Linien und nach oben öffnenden Einlasspforten. Über das Design lässt sich wie immer streiten, wir finden es gelungen, es hat einen ordentlichen Retro-Touch. Im Innenraum wird verschwenderisch mit Platz umgegangen, edle Hölzer dominieren, alles ist natürlich organisch und nachhaltig, kein Baum musste gefällt werden, man hat einfach 5000 Jahre altes, verrottetes Holz aus den britischen Mooren gesammelt und mit Kupfer veredelt. Die Karosserie ist aus Aluminium.

Angetrieben wird der Bentley Exp 100 GT von vier Elektromotoren, die eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden und eine Spitzengeschwindigkeit von 300 km/h möglich machen sollen. Bis 2035 sei die Batterie-Technik so weit entwickelt, dass man von einer Reichweite von mehr als 700 Kilometer ausgehen könne, dazu seien die Akkus in 15 Minuten zu 80 Prozent geladen. Außerdem, so Adrian Hallmark, sehe Bentley für die Zukunft durchaus die Möglichkeit, Batterien mit Brennstoffzellen zu kombinieren. Trotz der schweren Batterien solle der Zukunfts-Bentley nur 1,9 Tonnen wiegen.

Ob ein Bentley-Coupé der Zukunft 5,80 Meter lang und fast 2,50 Meter breit sein muss, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall hat der Geburtstags-Bentley noch eine Art Lenkrad, und er sei auch durchaus noch zum Selbstfahren gedacht. Gleichzeitig kann man aber wetten, dass ein Bentley 2035 eben nicht so aussieht wie die Studie, und nicht nur weil die Scherentüren, die offen drei Meter in die Höhe ragen, ziemlich unpraktisch sind. Ein Bentley Continental Coupé von 2003 unterscheidet sich gar nicht so stark von einem aus dem Jahr 2019. Bislang ist Bentley eher behutsam durch die 100 Jahre gegangen. Das muss allerdings nicht so bleiben.

Gegründet wurde Bentley vor 100 Jahren von Walter Owen Bentley. Die ersten Fahrzeuge entstanden 1921 in Cricklewood im Nordwesten Londons. Schnell wurden Bentleys als Rennwagen beliebt, als Spielzeuge reicher, junger Männer, den Bentley-Boys. Als 1931 das Geld alle ist, übernimmt Rolls-Royce die noch junge Marke, bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs kommen die Bentley aus Derby, nach dem Krieg wird die Produktion nach Crewe bei Manchester verlagert, dort hatte Rolls-Royce in einem 1938 errichteten Werk Flugzeug-Motoren gebaut. Seit 1955 waren Bentleys technisch sehr eng mit den entsprechenden Rolls-Royce-Modellen verwandt. Der Bruch kommt schließlich Ende der 1990er Jahre, als Volkswagen das Werk in Crewe kauft, nicht aber die Namensrechte an Rolls-Royce. Die sichert sich BMW und siedelt die Marke ins 370 Kilometer entfernte Goodwood nach Südengland um und stellt ein neues Werk auf die grüne Wiese. Doch weder Rolls-Royce noch Bentley schadet die Trennung. Seit der Jahrtausendwende geht es für Bentley auch dank neuer Modelle – genannt sei vor allem das Continental Coupé – und dem Geld aus Wolfsburg stetig aufwärts, sieht man von der allgemeinen Krise 2008/2009 ab.

Nach einer abermaligen Delle im Jahr 2018 sieht sich Bentley jetzt wieder im Aufwind. Produziert werden jährlich gut 10.000 Autos, der größte Absatz entfällt auf das 2016 vorgestellte SUV Bentayga. Daneben gibt es noch den noch frischen Continental GT als Cabrio und Coupé, den unlängst erneuerten Flying Spur und das größte Modell, den Mulsanne. Bentley hat angekündigt, bis 2023 jedes Modell elektrifiziert zu haben. Der Bentayga, den es seit kurzem als Plug-in-Hybrid gibt, machte den Anfang.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Schmidt, Boris
Boris Schmidt
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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