FAZ plus ArtikelB96-Führerschein

Und das ohne Prüfung

Von Boris Schmidt
16.04.2021
, 20:28
Der B96-Führerschein ist der ideale Kompromiss für alle, die einen größeren Wohnwagen fahren wollen und den teuren BE-Führerschein scheuen.

Früher war mehr Lametta. Im Führerscheinrecht gilt das tatsächlich. Noch bis 1999 berechtigte die Autolizenz zum Fahren von Fahrzeugen bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen. Seither sind es nur noch 3,5, und nur in diesem Rahmen darf sich ein etwaiges Wohnwagengespann bewegen. Also darf das ziehende Auto zwei Tonnen haben, der Wohnwagen maximal 1,5. Wobei es immer um das zulässige Gesamtgewicht geht, nicht um das tatsächliche. Jüngere unter 40, die sich ein 2,8-Tonnen-SUV gönnen, dürfen nur noch einen winzigen Anhänger ziehen. Oder es muss der BE-Führerschein her, mit diesem dürfte das Gespann dann bis zu sieben Tonnen haben. Der BE erfordert aber eine eigene praktische Prüfung, einen neuen Sehtest, es gibt Pflicht-Fahrstunden, rund 1000 Euro müssen investiert werden.

Aber seit 2013 gibt es einen wesentlich günstigeren Weg, sich bei der Kombination von Auto und Anhänger mehr Spielraum zu verschaffen. B96 heißt das Zauberwort, und gemeint ist damit die Erweiterung der Fahrerlaubnis auf bis zu 4,25 Tonnen, was für die gängigen Kombinationen in der Regel ausreicht. Nötig ist dafür nur ein Tageskurs in einer Fahrschule, danach wird die Teilnahme offiziell bestätigt. Durchfallen kann man nicht. Das Papier genügt der Führerscheinstelle, um das Kürzel „B96“ im entsprechenden Feld einzutragen. Der Führerschein wird neu ausgestellt, was rund 40 Euro kostet. B96 ist europaweit gültig.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schmidt, Boris
Boris Schmidt
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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