FAZ plus ArtikelFahrbericht Citroen C4

Ein bisschen arg normal

Von Lukas Weber
29.07.2021
, 11:24
Markante Züge hat er schon, aber nach echter Extravaganz sucht man vergeblich.
Extravaganz liegt Citroën in den Genen. Das gelingt heute nicht mehr so wie früher, der neue C 4 ist aber kein schlechtes Auto. Vor allem mit dem sparsamen Diesel.

Im Ort fährt ein schwarzer Citroën DS aus den Sechzigerjahren herum, er wird offenbar für den Alltag genutzt und ist augenscheinlich top gepflegt oder gut restauriert. Das Auto war seiner Zeit weit voraus, der Nachbar hatte einst auch mal so einen. Uns Kindern machte es Spaß, im Sofa zu versinken und über die Schlaglöcher zu schweben, dem Nachbarn machte es Spaß, das Auto mit seiner genialen Hydropneumatik stufenweise anzuheben und die Kinder zu belehren, dass es notfalls auch mit drei Rädern fahren könnte. In den Siebzigern hatte dann der Vater drei GS von Citroën hintereinander. Der war auch für Studienräte erschwinglich und hatte nicht nur das von einer Kombination aus Luft und Gas gefederte Fahrwerk und ein Einspeichenlenkrad wie die DS, sondern auch einen Lupentacho wie die Badezimmerwaage, ein Bremspedal ohne Leerweg und eine wahnsinnig windschlüpfige Form.

Das und mehr war ungewöhnlich, vieles davon praktisch. Auch heute noch ist Citroën bemüht, sich von der Masse abzuheben, was nicht einfach ist, wenn der Mutterkonzern die Autos auf gemeinsame Plattformen stellt, und bietet in der Kompaktklasse statt des witzigen Cactus jetzt den ebenfalls erschwinglichen C 4 an. Auch an ihm suchen wir Ungewöhnliches und finden ein Element, das vor allem unpraktisch ist. Denn der alberne Heckspoiler sieht von außen aus, als passe er sich harmonisch den fließenden Linien an, aus der Sicht des Fahrers verläuft er aber als dicker Querbalken fast mitten durch die Heckscheibe.

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Die Daten

Citroën C4 BlueHDi 130 S&S EAT8 Shine

Empfohlener Preis 31.240 Euro

Preis des Testwagens 32. 890 Euro

Dieselmotor mit 4 Zylindern und Turbolader, Hubraum 1499 Kubikzentimeter, 131 PS (96 kW) bei 3750/min, maximales Drehmoment 300 Nm bei 1750min

Frontantrieb

8-Gang-Automatik

Länge/Breite/Höhe 4,356/1,80/1,52, Radstand 2,67, Wendekreis 10,90 Meter

Leergewicht 1399, zulässiges Gesamtgewicht 1795 Kilogramm, Anhängelast 690 (ungebremst) und 1200 Kilogramm, Kofferraumvolumen 380 bis 1250 Liter

Reifengröße 195/60 R 18

Höchstgeschwindigkeit 206 km/h

Von 0 auf 100 km/h in 10,6 s

Verbrauch 4,3 bis 6,9, im ­Durchschnitt 5,3 Liter auf 100 Kilometer, 124 g CO2 bei einem Normverbrauch von 4,6 Liter (WLTP), Tankinhalt 50 Liter

Komfort & Sicherheit LED-Scheinwerfer, 2-Zonen-Automatik, Paket mit 20 Assistenten, darunter Frontkollisions­warner, aktive Spurhaltung, Geschwindigkeitsregler mit Stop and Go Funktion, 360 Grad Kamera, Proximity Keyless, Head-up-Display, 10-Zoll-Touchscreen, Navi mit Tom Tom Traffic, Appel Car Play und Android Auto

Die Anderen

Ford Kuga Eco Blue Mild-Hybrid, 120 PS, ab 33.000 Euro

Opel Astra Elegance Neun Gänge, 122 PS, ab 31.800 Euro

Hyundai Kona CRDI Etwas kleiner, 136 PS, ab 28.400 Euro

Quelle: F.A.Z.
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Lukas Weber
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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