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Kleiner Motor, großer Murks?

Von Hans W. Mayer
02.10.2021
, 08:57
Dreizylinder: Volkswagen und sein 1.0 TSI
Weniger Zylinder, weniger Hubraum: Warum schwache Dreizylinder so umstritten sind.
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Die kontinuierlich verschärften EU-Vorschriften über CO2-Ausstoß und Schadstoffemissionen führten vor einigen Jahren zur fabrikatsübergreifenden Entwicklung einer neuen Motorengeneration. Als vermeintlichen Königsweg praktizierten immer mehr Autobauer das sogenannte Downsizing der Motoren, also die Reduzierung von Zylinderzahl, Hubraum und Gewicht. Skeptiker warnten davor, dass diese Schrumpfkur zum problematischen Spagat zwischen ökonomischer und ökologischer Effizienz einerseits und der Standfestigkeit der Triebwerke andererseits führen könnte. Entsprechende Schauergeschichten in den sozialen Medien sorgten bei potentiellen Kunden für Verunsicherung. Die Meinungen der Fachleute zu diesem Thema sind bis heute uneinheitlich.

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Der Kostenanteil für die Reparatur von Motorschäden bewegt sich beim Versicherer CarGarantie zwar konstant auf hohem Niveau, ist jedoch in den vergangenen Jahren zumindest nicht spektakulär angestiegen. Immerhin lag er auch 2020 in der gesamten Schadenregulierungssumme der Neuwagen-Anschlussgarantie mit 21,4 Prozent nach wie vor auf Platz eins aller Baugruppenschäden. Das spricht nicht unbedingt für eine überragende Standfestigkeit moderner Motoren. „Der steigende Kostendruck bei den Herstellern und immer mehr Elektronik führen offenbar dazu, dass die Langzeitqualität sinkt“, so die Einschätzung von Thomas Schuster, Prüfingenieur und Motorenexperte bei der Sachverständigenorganisation KÜS. „Downsizing und das Streben nach immer höherer Effizienz, also Verringerung von Hubraum und Zylinderzahl, gepaart mit verstärktem Einsatz von Turboladern, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit Auswirkungen auf die Lebensdauer der Triebwerke.“

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