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Studie vorgestellt

BMW baut den Elektro-Boxer

Von Ulf Böhringer
 - 10:30
Der als „Vision“ vorgestellte DC Roadster.zur Bildergalerie

Der Zeitpunkt für den Einstieg von BMW Motorrad in die Elektromobilität jenseits des Roller-Segments ist noch nicht erkennbar. Doch es sieht ganz danach aus, dass die Bayern auch bei alternativen Antrieben an der markentypischen Boxer-Silhouette festhalten werden. Das lässt sich zumindest aus dem jetzt als „Vision“ vorgestellten DC Roadster schließen.

An die Stelle des bisherigen Motors rückt der vertikal eingebaute Energiespeicher. Zu dessen Kühlung ragen seitlich zwei Elemente mit Kühlrippen und integrierten Ventilatoren heraus, deren Anblick an einen Boxermotor erinnert. Die Kühler fahren beim Starten des Elektro-Triebwerks seitlich sogar einige Zentimeter heraus.

Auch wenn Vision DC Roadster futuristisch gestaltet ist, so weist es doch einige technische Elemente auf, die man mit großer Wahrscheinlichkeit beim ersten Elektromotorrad von BMW in der Serie erwarten darf. Dazu gehört der unter dem Energiespeicher liegende zylinderförmige Elektroantrieb, der direkt mit dem Kardan verbunden ist. Diese Lösung wie auch die Kühlungstechnik des Akkus, meinen Kenner der Marke, sind für eine Serienmaschine gesetzt.

Anders als die Ende Mai vorgestellte BMW Concept R18, ein Cruiser mit 1,8-Liter-Verbrennnungsmotor, der in der zweiten Jahreshälfte 2020 in ziemlich ähnlicher Form als Serienfahrzeug kommt, wird Vision DC Roadster in der hier zu sehenden Form nicht verwirklicht. Dazu ist das Konzept viel zu radikal. Er ist vielmehr als visionäres Sinnbild eines BMW-Motorrads mit alternativen Antrieben zu interpretieren, dem lediglich einige für einen irgendwann anstehenden Serienbau geeignete Elemente beigefügt sind.

Viele andere Hingucker am Vision DC Roadster sind technische Spielereien. Dazu gehört die extrem zum Vorderrad orientierte Sitzposition mit tiefer Front und kurzem, hohem Heck. Wo ein Motorrad üblicherweise den Tank trägt, weist die Elektro-Vision einen filigranen Gitterrahmen auf, der weiter hinten in den Sitz übergeht. Ein aus Aluminium gefräster Rahmen mit Fräsrillen in Längsrichtung ist im Serienbau ebenso wenig vorstellbar wie eine freiliegende Kardanwelle.

Im Markt der Elektromotorräder kommt in den nächsten Wochen und Monaten neuer Wind auf. Harley-Davidson wird im September dieses Jahres mit der Auslieferung erster Fahrzeuge seiner vollelektrischen Livewire beginnen, deren Fahrpräsentation für Journalisten für Mitte Juli angesetzt ist. Nach den Start-ups von Zero aus Kalifornien und Energica aus Italien, die – weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit – seit Jahren Elektromotorräder anbieten, tritt damit der erste etablierte Motorradhersteller mit einem selbst entwickelten Elektromotorrad auf den Plan.

BMW hat seit 2014 den elektrisch angetriebenen Roller C Evolution im Programm; von diesem Modell wurden bis Ende April dieses Jahres weltweit rund 6200 Einheiten verkauft, davon gut 3000 in Frankreich und knapp 1000 in Deutschland. Die Bayern erproben schon längere Zeit elektrische Eigenentwicklungen im Motorradbereich. Mit einem Serien-Elektromotorrad aus Bayern ist aber keinesfalls vor 2021 zu rechnen. Wenn, dann wäre es dank Boxer-Anmutung leicht als BMW zu erkennen.

Quelle: FAZ.NET
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