Elektromobilität

BMW gibt auch auf zwei Rädern Strom

Von Walter Wille
Aktualisiert am 11.11.2020
 - 09:59
Hier kommt der Neue: Der CE 04 löst den 2013 vorgestellten C-Evolution ab, mit dem BMW zum Vorreiter der Elektromobilität wurde. Doch wurden von dem teuren Frühwerk nur etwa 8000 Stück gebaut.zur Bildergalerie
BMW will die Elektromobilität auf zwei Rädern in Schwung bringen. Ein vernetzter Scooter mit dem Akku im Trittbrett soll nur der Anfang sein. Unkonventionelle Vehikel sind geplant.

Mit dem CE 04 präsentiert das Münchener Unternehmen einen Elektroscooter, der im Design radikal mit den Gewohnheiten bricht und hinsichtlich Elektronik und Smartphone-Konnektivität wegweisend sein soll.

Das hier im Bild gezeigte Fahrzeug entspricht, abgesehen von den noch fehlenden Rückspiegeln, Blinkern und dem noch nicht montierten Kennzeichenhalter, offenbar dem Serienprodukt. Über Preise und technische Einzelheiten will BMW erst im kommenden Jahr informieren. In den Handel kommt der CE 04 voraussichtlich 2022. Markus Schramm, Leiter der BMW-Motorradsparte stellte für die Folgezeit eine ganze Reihe weiterer Elektro-Zweiräder in Aussicht, darunter auch außergewöhnliche Konzepte, die „weder Roller noch Motorrad sind“. „Lassen Sie sich in den nächsten Jahren überraschen“, sagte Schramm.

Der niedrige, langgestreckte CE 04 ist als Alltagsfahrzeug für Stadt und Kurzstrecke gedacht. Er entspricht weitgehend der futuristisch gezeichneten Studie „Concept Link“, die BMW im Frühjahr 2017 als umfassend vernetzten, elektrisch angetriebenen Roller der Zukunft vorgestellt hatte. Sein flacher Energiespeicher steckt im Unterboden, die Reichweite wird mit 130 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit mit 120 km/h angegeben. Vermutlich wird BMW eine 11 kW (15 PS) leistende Leichtkraftroller-Version für Inhaber des A1-Führerscheins (ab 16 Jahre) anbieten sowie eine stärkere Variante für Besitzer des Motorradführerscheins.

Mit dem CE 04 wendet sich der Hersteller demonstrativ vom Klassik- und dem Altherren-Look vieler Motorroller ab und einem ganz anders geschulten Auge zu. Scharfe Kanten wechseln sich mit großzügigen Flächen ab, die sich wie eine Leinwand vielfältig gestalten und beispielsweise durch Stickersets verzieren lassen. So zumindest stellen sich das die Entwickler vor.

Im Unterschied zum Üblichen hat der BMW-Scooter eine nur dünn gepolsterte, „schwebend“ angebrachte Sitzfläche. Sein Helmfach ist nicht von oben durch Hochklappen des Sitzes zugänglich, sondern durch eine Klappe an der linken Fahrzeugseite. Der 10,25-Zoll-Monitor vorm Lenker hat Roller-Rekordformat. Der Wetterschutz wird ohne Windschild wahrscheinlich nicht allzu großzügig ausfallen, das Hinterrad liegt frei, der Blick fällt ungehindert auf Einarmschwinge, Federbein, Reifen und den Zahnriemen des Antriebs.

Von vornherein will BMW auch passende Bekleidung anbieten, darunter ein Parka, der zwar mit Protektoren bestückt ist, aber nicht nach Motorradschutzkleidung aussieht. In die Jacke eingearbeitete Lichtleiter lassen sich dem Hersteller zufolge über eine Sensorik im Ärmel einschalten und in der Farbe verändern. Ob sich die diese Jacke mit dem Roller vernetzen lässt, ließ BMW offen, teilte aber mit, man sehe „in der Interaktion zwischen Fahrzeug und Fahrerausstattung zukünftig großes Potential hinsichtlich Sicherheit, Komfort und emotionalem Erlebnis“.

Ob irgendwann einmal die Jacke leuchtet, wenn der Fahrer bremst? Bei der Vorstellung von Concept Link vor gut drei Jahren war davon gesprochen worden, Fahrerkleidung könne vielleicht irgendwann einmal durch Vibrieren zur Aufmerksamkeit auffordern oder in Gefahrensituationen warnen. Soweit ist es aber noch nicht.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Wille, Walter
Walter Wille
Redaktion „Technik und Motor“
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