Fahrbericht Renault Kangoo

Ene mene miste

Von Lukas Weber
22.01.2022
, 12:54
Dem Renault Kangoo Rapid fehlt es an einer B-Säule. Das ist gut so, denn dadurch öffnet sich ein weiter Zugang zum Laderaum.
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Kann man als Kunde mehr bekommen, wenn der Anbieter etwas weglässt? In der überschaubaren Schar der Kompakttransporter nimmt der Renault Kangoo Rapid eine Sonderstellung ein: Ihm fehlt die B-Säule zwischen Schiebe- und Beifahrertür, beide enden an Anschlägen oben und unten. Das ist keine Sparmaßnahme eines von Materialkosten gebeutelten Herstellers, sondern eine pfiffige Idee, denn so findet sich an der rechten Seite eine 1,45 Meter breite Öffnung, die zum Verladen von Sperrgut einlädt.

Das Auto hatten wir schon vor einiger Zeit vorgestellt, jetzt schauen wir mal, was der „Sesam, öffne dich“ bringt. Zunächst den Blick auf ein Absperrgitter, das etwas fummelig nach vorn geschwenkt werden kann und den Hundefänger davor schützt, von seinen Gästen gebissen zu werden. Zuvor ist der Beifahrersitz umzulegen – das ist dann auch schon fast alles, was sich an ihm einstellen lässt, außerdem sitzt der Gurt an ungewohnter Seite. Anschließend lassen sich in dem kompakten Auto Bretter von drei Meter Länge verstauen, und das Ladevolumen steigt von 3300 auf 3900 Liter.

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Die befürchteten Verwindungen durch das Fehlen der Säule konnten wir nicht feststellen. Den mit leichten Rippen und einem Ladeflächenschutz aus Kunststoff versehenen Boden bezeichnet Renault als rutschfest, was nicht festgezurrt oder -geklemmt ist, wandert trotzdem hin und her. Hinten gibt es weit öffnende Flügeltüren. Der Kasten ist ein trefflicher Resonanzkörper, die Kiste rappelt und scheppert, bis sie vollgeladen ist.

Der Rapid ist ein Nutzfahrzeug und entsprechend spartanisch, mit Blick auf die Sicherheitstechnik aber bestens ausgestattet. Uns gefallen die vielen Ablagen sowie der ruhig laufende und ausreichend kräftige Motor, in unserer Ausführung Rapid TCe 100 FAP zum Basispreis von knapp 20.000 Euro hat der 1,3-Liter-Vierzylinder 102 PS, mit einem Verbrauch von 7 bis 9 Liter ist er nicht besonders sparsam. Die Schaltung ist hakelig, die Bremse bissig. Das Navi zeigt auch die Benzinpreise an, leider stimmen sie oft nicht.

Quelle: F.A.Z.
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