FAZ plus ArtikelFahrbericht Skoda Enyaq

Fast schon fit für 2037

Von Boris Schmidt
15.09.2021
, 10:54
Der Skoda Enyaq
Alltagstauglicher als der Skoda Enyaq war noch kein Elektroauto, das bei uns zu Gast war. Viel Platz, hohe Reichweite und ein relativ moderater Preis.

Dieses Auto hat zwei Gesichter. Einerseits gehört es zur gern geschmähten Gattung der Geländewagen, neudeutsch SUV, andererseits ist es ein heilsbringendes Elektroauto. Wie hieß es neulich so schön in einer Comedyshow, als ein Zeitreisender aus dem Jahr 2037 gefragt wurde, wie es in Deutschland aussieht? „Annalena ist jetzt so lange Kanzlerin wie Angela, und die Grünen fahren alle Elektro-SUV.“ Wahrscheinlich kommt es nicht ganz so, aber Stand heute dürfte das Elektroauto in 16 Jahren eine wesentlich bedeutendere Rolle spielen als 2021, und Verbrenner-Neuwagen sind eh verboten.

Und heute? Nun, der Skoda Enyaq iV 80, der sich mit den VW ID.3 und ID.4 die Plattform teilt, hat mit seinem SUV-Look ein ansprechendes Äußeres. Er bietet viel Platz und zeigt, wohin der Weg führen kann. Auf 4,65 Meter Länge sitzt es sich vorn wie hinten sehr bequem, eine vierköpfige Familie kann mit ihm gut zurechtkommen, passen doch in den großen Kofferraum rechnerisch fast 600 Liter Ladegut. Die stabile Abdeckung erfreut, unter der Bodenplatte sind noch Fächer für etwas Kleinkram und die Ladekabel, die ordentlich zusammengerollt sein müssen. Sonst passen sie nicht hinein. Selbstverständlich lässt sich die Rückbank asymmetrisch geteilt umlegen, aber mehr Variabilität ist nicht. Wenigstens gibt es noch eine kleine Durchreiche, sodass man zu viert unterwegs sein kann, samt 1,60 Meter langem, zusammengefaltetem großem Sonnenschirm. 20 Zentimeter mehr dürften es auch noch sein, allerdings steigt die Ladefläche an und ist nicht plan. Aber die Heckklappe öffnet elektrisch und schwingt schön weit nach oben.

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Die Daten

Empfohlener Preis 43.500 Euro

Preis des Testwagens 57.500 Euro

Elektromotor 204 PS (150 kW), maximales Drehmoment 310 Newtonmeter

Hinterradantrieb

Ein-Gang-Automatik

Länge/Breite/Höhe 4,65/1,88/1,62, Radstand 2,77, Wendekreis 10,90 Meter

Leergewicht 2141, zulässiges Gesamtgewicht 2568, Anhängelast 1000 Kilogramm, Kofferraumvolumen 585 bis 1710 Liter

Reifengröße 235/45 R21 101 T vorn, 255/40 R21 102 T hinten

Höchstgeschwindigkeit 160 km/h

Von 0 auf 100 km/h in 8,6 s

Verbrauch 18,1 bis 21,1 kWh, im Schnitt 19,1 kWh Strom auf 100 Kilometer, jeweils mit Ladeverlust. 0 g/km CO2 bei einem Normverbrauch von 16,7 kWh. 82-kWh-Lithium-Ionen-Akku, davon 77 kWh nutzbar. Reichweite 510 Kilometer nach Norm, in der Praxis etwa 370 Kilometer. Lädt Gleichstrom mit bis zu 125 kW, in weniger als einer Stunde von 20 auf 100 Prozent. Mit 11 kW Wechselstrom gut sechseinhalb Stunden Ladezeit.

Komfort & Sicherheit Adaptiver Tempomat, aktiver Bremsassistent, Head-up-Display (nicht im Testwagen),Totwinkelwarner, DAB, Spurhaltekontrolle, Fernlichtassistent, Verkehrszeichenerkennung, Klimaautomatik, Navigation, Wärmepumpe, Rückfahrkamera, schlüsselloser Zugang

Die Anderen

Audi Q4 E-tron 40

Cousin 1: ebenso 204 PS, ab 47.500 Euro

Mercedes-Benz EQA 250

Etwas kleiner, 190 PS, ab 47.540 Euro

VW ID.4 Pro

Cousin 2: Gleiche Basis, ab 44.195 Euro

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schmidt, Boris
Boris Schmidt
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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