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Hymer B-Klasse Masterline

Im Sprinter zum Schlafwagen

Von Boris Schmidt
 - 15:56

Nicht nur die SUV boomen auf dem deutschen Fahrzeugmarkt, auch die Wohnmobile legen immer mehr zu. Es ist viel Geld im Umlauf, und die solvente Kundschaft ist auch in der Regel alt genug, um ohne weitere Führerscheinprüfung das neue Hymer-Topmodell zu fahren. Denn die B-Klasse Masterline, die auf dem Fahrgestell des Mercedes-Benz Sprinter aufbaut, darf 4,4 Tonnen wiegen und ist mit dem Autoführerschein nur zu bewegen, wenn die Fahrerlaubnis vor dem 30. Juni 1999 erteilt worden ist. Alle Jüngeren brauchen den C1-Führerschein für Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen.

Das sei kein großes Hindernis, sagt man bei Hymer, die ihr neues Topmodell vergangene Woche in Stuttgart vorstellten. Der Begriff B-Klasse lässt Außenstehende nicht unbedingt an einen Riesen denken, doch größer war noch kein Wohnmobil der Marke. 7,89 Meter sind sowohl das Modell ML 780 als auch der ML 790 lang, der Unterschied zwischen 80 und 90 manifestiert sich in den Betten. Der 780 hat einzelne Schlafstätten im Heck, der 790 empfängt die Besatzung mit einem Queensbett der Maße 2,00 × 1,56 Meter. Gegen Aufpreis gibt es jeweils ein Hubbett über der Sitzgruppe für zwei weitere Schläfer.

Die Technik des Mercedes-Benz Sprinter sorgt beim neuen Hymer entweder für 143 oder 177 PS aus 2,2 Liter Hubraum. Die Drehmomentmaxima liegen bei 320 und 400 Newtonmeter. Mit dem starken Motor werden nur Reisemobile ausgerüstet, die Nutzfahrzeuge der Sprinter-Baureihe müssen verzichten. Selbstverständlich sind es Vierzylinder-Turbodiesel, die Abgase werden mit Adblue gereinigt, der Tank fasst 22 Liter. Geschaltet wird entweder manuell (sechs Gänge) oder automatisch (neun Stufen), angetrieben werden die Vorderräder. Nicht im Programm ist Allradantrieb, an einer Luftfederung wird noch gearbeitet. Zum Marktstart Ende Mai wird sie noch nicht verfügbar sein. Die Preise beginnen bei üppigen 104 990 Euro.

Für so viel Geld kann man einiges erwarten. Die Mercedes-Gene sorgen zunächst für ESP, einen adaptiven Tempomaten nebst Seitenwindassistent und auch einem aktiven Bremsassistent sowie Keyless Go. Für Fahrer und Beifahrer gibt es je einen Airbag und ein modernes Cockpit mit analogen Instrumenten und breitem TFT-Display in der Mitte.

Hymer sorgt sich um die hübsche Außenhaut und die Innenausstattung: Die B-Klasse gehört in die Kategorie der Integrierten Wohnmobile. Die sehr modern wirkende Front ist durchaus beeindruckend, die Windschutzscheibe läuft um bis zur Fahrertür beziehungsweise dem rechten großen Seitenfenster. Der Wagen ist 2,35 Meter breit, bietet innen nutzbare 2,15 Meter und eine Stehhöhe von knapp zwei Meter. Es ist alles aufs feinste angerichtet, es gibt eine große Sitzgruppe und eine Winkelküche mit einem Herd, der je nach Ausstattung mit Strom oder Gas betrieben werden kann. Der Kühlschrank fasst etwas mehr als 150 Liter, die Tür öffnet nach beiden Seiten. Dem Wohnbereich folgen die Nasszellen, die Dusche schließt mit Echtglastüren. Der Schlafbereich kann separiert werden.

Die große Heckgarage hat ein Volumen von 3800 Liter und ist bis zu 1,23 Meter hoch. 350 Kilogramm dürfen geladen werden, nach einer Auflastung des Hymer auf 4,5 Tonnen sogar 450. Ob dann der Frontantrieb nicht doch an seine Grenzen kommt, werden wir bei Gelegenheit ausprobieren.

Quelle: F.A.Z.
Boris Schmidt
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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