Infotainment im Jeep Cherokee

Wegweiser für Winnetou

Von Michael Spehr
Aktualisiert am 29.11.2020
 - 12:15
Das Display ist berührungsempfindlich, ergänzend helfen zwei Drehsteller unterhalb der Anzeige.zur Bildergalerie
Top-Infotainment bereits in der Serienausstattung: Der Jeep Cherokee fährt mit seinem neuen Uconnect vor. Die nächste Plattform steht schon vor der Tür. Demnächst kommen Samsung und Google an Bord.

Das ist mal eine gute Nachricht: Wer den Jeep Cherokee in Deutschland kauft, bekommt die Top-Anlage für Infotainment, Telefonie und Navigation als Serienausstattung. Eigentlich gibt es für den Cherokee drei verschiedene Systeme, die unter der hauseigenen Bezeichnung Uconnect fahren: die Version 7, die Version 8.4 und 8.4 mit Navigation. Letztere hatte unser Fahrzeug, und die Ziffer gibt die Diagonale des Bordmonitors in Zoll an. Er ist berührungsempfindlich, ergänzend helfen zwei Drehsteller unterhalb der Anzeige, wenn man zur Bedienung nicht auf das Display tippen möchte.

Interessant ist die Anordnung der Menüs: Die einzelnen Symbole sind gleichmäßig auf dem Bildschirm verteilt. Was einem wichtig ist, kann man indes in die untere Menüleiste schieben, wo die selbst ausgewählten Einträge permanent verbleiben. Auf diese Weise gelingt ein Schnellzugriff. Am Monitor lassen sich auch etliche Fahrzeugfunktionen einstellen, auch jene der Klimaanlage, wobei jedoch eigene physische Tasten zusätzlich bereitstehen.

Insgesamt kommt man mit dem überarbeiteten Uconnect schnell und problemlos zurecht. Die Navigationsabteilung erledigt ihren Job unspektakulär und brav, allerdings werden nur Verkehrsstörungen aus dem TMC-Kanal des Radios für die Routenplanung berücksichtigt. Eine Sprachsteuerung sorgt für eine flinke Erfassung des Navigationsziels in einem Rutsch und arbeitet zuverlässig. Weiter gehende Kommandos jenseits von Navigation und Telefonie werden jedoch nicht verstanden. In der Telefonabteilung vermissten wir eine Suche nach Kontakten, davon abgesehen ist die Ausstattung erfreulich vollständig. Insgesamt bietet das neue Uconnect der vierten Generation eine gelungene Ausstattung ohne Schnickschnack, die durchaus gefällt.

Wer den Passagieren ein W-Lan zur Verfügung stellen will, kann einen Hotspot im Infotainment-System aktivieren, allerdings ist die Nutzung der LTE-Datenverbindung kostenpflichtig. Mit der Uconnect-App fürs Smartphone kann man prüfen, ob das Fahrzeug verschlossen ist, es lassen sich Navigationsziele ins Auto senden, und man kann die Position des geparkten Jeeps anzeigen. Ferner lassen sich auch Verbrauchsdaten abrufen. Kostenpflichtig lässt sich ferner ein Diebstahlschutz einrichten, der mit Push-Meldungen auf ungewöhnliche Aktivitäten am Fahrzeug hinweist.

In den kommenden Monaten stellt die Marke Fiat Chrysler Automobiles ihr digitales Ökosystem auf Samsung und Google um. Die neue Plattform ist dann bereits für den Mobilfunkstandard 5G gerüstet und verwendet über die Samsung-Tochter Harman die Cloud. Die Software des Fahrzeugs soll via Mobilfunk aktualisierbar sein, und das Bordsystem arbeitet künftig mit Android. Im Jeep Cherokee konnten wir schon jetzt neben Android Auto auch Apple Carplay einsetzen, dank des berührungsempfindlichen Monitors problemlos, aber nur in der kabelgebundenen Variante.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Spehr, Michael (misp.)
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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