Infotainment im Opel Corsa

Basis oder Top

Von Michael Spehr
20.04.2021
, 17:25
Opel Corsa
Der kleine Opel fährt groß vor: Gleich drei Infotainment-Pakete lassen sich ab Werk bestellen. Wir haben die mittlere Variante ausprobiert.

Wer das Infotainment im neuen Opel Corsa der sechsten Generation konfiguriert, hat die Qual der Wahl zwischen drei Paketen. Das günstigste Multimedia-Radio gehört in einigen Versionen zur Serienausstattung und kostet sonst einen Aufpreis von 500 Euro. Die Anlage besteht aus einem schlicht gehaltenen 7-Zoll-Monitor mit einem Drehsteller unterhalb der Anzeige. Er übernimmt die Regulierung der Audio-Lautstärke und dient zum Ein- und Ausschalten des Monitors. In die Menüs gelangt man mit Softkeys an der linken und rechten Seite des berührungsempfindlichen Displays. Eine Navigation gehört nicht zur Ausstattung, wohl aber sind Apple Carplay und Android Auto dabei, so dass man sich per Smartphone führen lassen kann.

In der zweiten Variante bleibt die schlichte Hardware, aber für einen Aufpreis von 1300 Euro kommt die Navigation hinzu, der Hersteller spricht dann von Multimedia Navi. Wir würden jedoch eher zur Toptechnik raten, denn Multimedia Navi Pro für 1000 Euro hat ein größeres 10-Zoll-Display, physische Tasten unterhalb der Anzeige und sieht einfach deutlich besser aus als die von uns geprüfte mittlere Variante.

Immerhin, Multimedia Navi bietet eine ordentliche Basisausstattung mit Radio und Digitalradio, einem Bluetooth-Freisprecher fürs Smartphone und der Anzeige von Telefonbuch und Ruflisten. Über die USB-Schnittstelle in der Mittelkonsole kann das Handy angeschlossen werden, und dann funktionieren auch hier Android Auto und Apple Carplay, Letzteres mit gelegentlichen Startschwierigkeiten.

Mit gutem Basis-Infotainment
Mit gutem Basis-Infotainment Bild: Spehr

Die Navigation kommt mit europäischer Straßenkarte, zeigt wahlweise eine zwei- oder dreidimensionale Perspektive und arbeitet davon abgesehen unspektakulär und gut. Wie bei Opel üblich, gefällt insbesondere die Schnellsuche nach Adressen und Sonderzielen. Meist wird schon nach wenigen Buchstaben der gesuchte Eintrag angezeigt. Die Spracherkennung für die Navigation funktionierte in unserem Fahrzeug nicht.

Verkehrsinformationen kommen nur über den Gratis-TMC-Kanal des Radios ins Auto. Wer Echtzeit-Staudaten benötigt, muss zusätzlich Opel Connect buchen, das einen Aufpreis von 800 Euro kostet, aber im Multimedia Navi Pro bereits enthalten ist. Die Echtzeit-Infos sind drei Jahre nach Aktivierung im Preis enthalten und werden anschließend kostenpflichtig.

Was sich vor dem Lenkrad zeigt, bleibt mickrig.
Was sich vor dem Lenkrad zeigt, bleibt mickrig. Bild: Spehr

Über die App My Opel kann man Informationen wie den Kilometerstand und den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch abrufen, aber auch Daten zur zuletzt zurückgelegten Fahrt. Der Opel Corsa mit Elektroantrieb zeigt via Opel Connect auf dem Smartphone den Batterieladestatus, ferner kann man die Ladezeiten und die Klimatisierung programmieren. Angekündigt ist ferner das Smartphone als digitaler Schlüssel für den Opel. Der Zugriff kann bis zu fünf Personen gewährt werden, vorausgesetzt, man hat die „Keyless Open & Start“-Funktion für 325 oder 425 Euro mitbestellt.

Das digitale Cockpit vor dem Lenkrad wirkt im neuen Opel Corsa unangemessen karg. Statt der gewohnten Rundinstrumente schaut man auf eine digitale Tachometeranzeige und eine schlichte Drehzahlanzeige in Balkenform. Mit ein bisschen mehr Liebe zum Design und zum Detail könnten die Rüsselsheimer hier schnell nachbessern.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Spehr, Michael (misp.)
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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