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Am Steuer der Geschichte

Von Holger Appel
 - 11:57
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Junkers F 13
Aus dem Koma erwacht

Am Morgen blauer Himmel, doch die Vorhersage ließ weniger Gutes erwarten, bis zum Nachmittag, dem Moment unserer Verabredung. Sie sollte recht behalten. „Zieh dich warm an“, hatte das Team noch mit auf den Weg nach Dübendorf gegeben. Von Regenschirm war keine Rede. Sieht vermutlich auch blöde aus und behindert beim Fliegen. Also tropft das Nass auf die Hose, läuft vom Oberschenkel das Bein herunter, was insofern merkwürdig ist, als die Tropfen hinterm Kopf an die Trennwand zur Kabine klatschen. Wieso sammelt sich das Wasser nicht am Rücken? Im Fußraum? Käme das als Nächstes? Bevor die Frage geklärt ist, wie das 1919 war, als die Junkers F 13 ihren professionellen Dienst antrat, macht der Hobbypilot anno 2018 kehrt und flüchtet vor der Regenfront.

Wasser mag die Maschine nicht. Wind auch nicht. Jedenfalls nicht, wenn er ihr quer kommt und stärker bläst als ein Dampf ablassender Teekessel. Heute bläst er so stark, dass die supermodernen Airbusse Mühe haben, die Landebahn in Zürich zu treffen. Dübendorf, wo die Wellblech-Junkers auf die ersten externen Kommandanten ihrer alten, jungen Geschichte wartet, liegt nur einen Hüpfer vom Airport entfernt. Die Situation scheint klar: Fliegen unmöglich. Auf dem Weg zum Flugfeld erscheint Hiobs auf dem Handy. „Wir haben die Maschine in den Hangar geschoben.“ Das weckt den Kampfgeist. Bei Sonne kann jeder. Andererseits, der umsichtige Pilot weiß, schlechtes Wetter ist nicht verhandelbar, jedes Flugzeug hat seine Grenzen, und dieses hier hat 99 Jahre in den Genen, damit scherzt man nicht.

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Quelle: F.A.S.
Holger Appel
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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