Land Rover Discovery PHEV

Tick Trick Elektrik

Von Lukas Weber
28.11.2021
, 14:44
E-Antrieb hinten: Discovery PHEV
Den Discovery bietet Land Rover auch mit dem aus dem Evoque bekannten Hybridsystem an. Ein größerer Benzinmotor stünde ihm nicht schlecht.
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Die wesentlichen Vorteile der Plug-in-Hybride (PHEV) sind rasch aufgezählt: staatlicher Zuschuss, weniger Steuern, und sie senken den Flottenverbrauch. Wenn das Zusammenspiel von Elektromotor und Verbrenner stimmt, darf sich der Fahrer zugleich über etwas weniger Treibstoffbedarf freuen als mit einem Nur-Benziner. Rein elektrisch bewegt, brauchen die PHEV dagegen deutlich mehr Strom als Elektroautos.

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Den Beweis tritt der Land Rover Discovery Sport P 300e an. Sein Antrieb entspricht dem des im Juli gefahrenen Evoque, aber er ist deutlich größer und etwas schwerer. Zwar sind die 309 PS (227 kW) Systemleistung ausreichend, und dass der nur 1,5 Liter große Dreizylinder an der Front kein Drehmomentmonster ist, wird durch den auf die Hinterachse wirkenden Elektromotor und die acht Gänge der Automatik leidlich kaschiert. Es wird aber mit ständigen Gangwechseln erkauft. Angefahren wird elek­trisch, wenn der Benziner zuschaltet, ruckte unser Testexemplar etwas. In höheren Drehzahlen klingt der Motor bemüht, das passt nicht recht zum komfortablen Charakter des Autos. Und warum darf solch ein Brocken nur 1,6 Tonnen ziehen?

Von 2,0 Litern Benzin auf 100 Kilometern, wie im WLTP ausgewiesen, kann in der Praxis keine Rede sein. Wir lagen im Gesamtdurchschnitt knapp über 10 Liter, das ist nicht schlecht für ein Auto, das sieben Personen transportieren kann und 2,3 Tonnen wiegt. Die Ernüchterung kam im reinen Elektrobetrieb, denn der Motor mit 80 kW ist im stattlichen Discovery verglichen mit dem Evoque erst recht überfordert. Die Batterie fasst 15 kWh, davon sollen gut 12 nutzbar sein. An der Wallbox zeigte das Messgerät nach etwas mehr als zwei Stunden maximal 14,8 kWh – die Möglichkeit von bis zu 32 kW Gleichstrom ist gut gemeint, lohnt aber nicht. Mit einer Ladung sind wir nicht wie versprochen 60 Kilometer, sondern trotz zurückhaltender Fahrweise höchstens 38 Kilometer weit gekommen.

Die Bedienung ist einen Tick besser als im Evoque, aber immer noch unübersichtlich. Erfreulich sind das Platzangebot, die hochwertige Ausstattung und die gute Rundumsicht, hübsch ist die Darstellung des Ladezustands – das Auto im Display färbt sich grün. Den Discovery P 300e gibt es ab 59.000 Euro, mit reichlich Extras werden daraus 73.000 im Testwagen. Da müsste doch ein größerer Motor drin sein.

Quelle: F.A.Z.
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Lukas Weber
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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