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Mercedes AMG A 45

Drift sich gut

Von Holger Appel
Aktualisiert am 08.08.2019
 - 13:32
Der stärkste Vierzylinder der Welt mit 421 PSzur Bildergalerie
Antriebsstrang und Karosserie des Mercedes AMG A 45 sind neu. Er hat erquickliche 421 PS. Und wir ermahnen an dieser Stelle zu aufrichtiger Selbsteinschätzung.

Um dramatisch untermotorisierte Konkurrenz auszumachen, genügt es, sich im eigenen Haus umzuschauen. Der AMG A 35 hat nur 306 PS, und wer die bislang als vollkommen ausreichend angesehen hat, weiß nun, das ist vergleichsweise schlapp. Audi bringt aus dem neuen RS 3 gerade mal 400 PS heraus, und BMW liefert mit sechs Zylindern im M2 Competition 410 PS, schon ganz ordentlich, aber halt nicht genug.

Als sie in Affalterbach anno 2013 in die Waagschale der Kompaktklasse alles reingelegt haben, was ihnen technisch einfiel, sind 360 PS entsprungen, was damals als das Ende der Leistungsstange galt. Damit war der Mercedes AMG A 45 der stärkste Serien-Vierzylinder der Welt. Und weil sich in den letzten Jahren von der schnellen Truppe doppelt so viele Fahrzeuge verkaufen ließen wie gedacht, konnte das Ingenieurwesen nicht ruhen, bis es wieder den stärksten Vierzylinder der Welt erschaffen hat: jetzt dann 421 PS.

Antriebsstrang und Karosserie sind neu, also irgendwie alles, und weil so ein Kraftpaket einiges an Luft einatmen und an Hitze auswerfen muss, haben die Konstrukteure gleich auch die Einbaulage des Motors um 180 Grad gedreht. Das hat zudem Vorteile in der Aerodynamik, ermöglicht eine flachere Front, ist aber konstruktiv ein wenig anspruchsvoll. Wer den Motor en detail sieht, versteht rasch, warum Neuankömmlinge auf diesem Gebiet kapitulieren. Schöpft der Vierzylinder aus seinen 2,0 Liter Hubraum alles aus, geben sie ihm die nette Zusatzbezeichnung S. Als Basis müssen 387 PS genügen, aber nur im S ist oberhalb von 5500 Umdrehungen in der Minute noch mal richtig Feuer unterm Dach. Die langsame Variante macht bei 250 km/h Schluss, die flinke bei 270 km/h, wohin sie sich mit gewisser Entschlossenheit bewegt. In etwa wie ein Katapult.

Wir ermahnen an dieser Stelle zu aufrichtiger Selbsteinschätzung, der A 45 kann immer mehr als sein Fahrer, so er nicht Lewis Hamilton heißt. Doppelkupplung, ein die Kraft stufenlos verteilender Allradantrieb und ein Hinterachsgetriebe mit zwei elektronisch gesteuerten Lamellenkupplungen setzen den technischen Rahmen. Wir haben den AMG an unseren Grenzbereich getrieben, auf einer Rennstrecke, atemraubend, und wenn der neue Driftmodus den quirligen Kerl haarscharf am Ausbruchsversuch hindert, ist das eine Show. Aber natürlich nichts für den Alltag. Dort macht schlicht das Spurtvermögen Freude, und die wahlweise harte oder brettharte Federung ruft beständig in Erinnerung, was bewegt wird.

AMG hält mit seiner Botschaft nicht hinterm Klimagipfel, wir kommen aus dem Rennsport, heißt es selbstbewusst. Im September startet die neue Version, zu entfesselten Tarifen. Wir vermuten von 55.000 bis 60.000 Euro an. Ein Fahrsicherheitstraining sollte dann auch noch drin sein, ein performanceorientiertes, versteht sich.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Appel, Frank-Holger (hap.)
Holger Appel
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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