Ferrari SF90 Stradale A.F.

Rückwärts mit Frontantrieb

Von Jürgen Zöllter
16.07.2021
, 15:00
Kommt im Renn-Trimm: Ferrari SF 90 Stradale Assetto Fiorano
Ferrari bietet jetzt auch einen Plug-in-Hybriden an. Und was für einen! Zusammen leisten die Motoren 1000 PS.
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Sein Heckfenster im Schießschartenformat sagt alles: Der Blick zurück bringt nichts. Wer diesen Ferrari SF90 Stradale mit der speziellen Rennabstimmung „Assetto Fiorano“ fährt, schaut nur nach vorn. Zum einen, weil der 1000-PS-Bolide als schnellster jemals gebauter Ferrari mit Straßenzulassung die volle Konzentration aufs Fahrgeschehen verlangt. Und zum anderen, weil der erste Plug-in-Ferrari das Markenprofil der Roten so vorausschauend schärft wie nie ein neues Modell aus Maranello zuvor.

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Portioniert wird die Antriebskraft des 4,0-Liter-V8 mit seinen 780 PS von einem Getrag-Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe ohne Rückwärtsgang. Beim Zurücksetzen wird der Zweisitzer zum einzigen Ferrari mit Frontantrieb, denn jetzt bewegt ihn einer der E-Motoren an der Vorderachse. Deren 220 PS machen die 1000 voll.

Der fahrdynamisch optimierte SF90 Stradale schlägt gleich mehrere Brücken in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Marke. Zurückblickend in die Geschichte, schreibt er die aggressive Formensprache der Supersportwagen Enzo und LaFerrari fort. Eine batterie-elektrische Zukunft werde auch bei Ferrari definitiv kommen, wie man in Maranello bestätigt. Allerdings erst, wenn die Feststoffzellen-Batterietechnologie verfügbar sei. Den Weg dorthin weise Ferrari mit diesem Plug-in-Hybriden, dessen Batterie 7,9 kWh speichert. Der Austausch von Aluminium-Anbauteilen gegen Kohlefaser und Aludämpfer nebst Titanfedern reduziere das Gesamtgewicht gegenüber der Standardversion des SF90 um 40 auf 1530 Kilo. Der Karbon-Heckspoiler erzeugt bei 250 km/h 390 Kilogramm Abtrieb und erhöht die Fahrstabilität.

Auf ersten Probefahrten brillierte der V8 auch mit seiner Akustik. Oberhalb von 3500/min posaunt der Verbrenner mit typischer Ferrari-Aggressivität. So erfolgt das brutale Anbremsen von Kurven frei von Unruhe im Heck, das zackige Einlenken mit noch größerer Präzision und das Herausbeschleunigen mit einer unbeschreibbaren Wucht und bemerkenswerter Spurtreue. Dass dieser SF90 bis zu 25 Kilometer lautlos fahren kann, mit maximal 130 km/h, interessiert wohl nur nebenbei.

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Zentrales Thema jedes Ferrari sei die hohe Fahrdynamik, sagen die Entwickler. Diesem Ziel diene auch die elektrische Unterstützung. Das rein elektrische Fahren wird gewissermaßen kostenlos mitgeliefert. Zu einem Preis von mindestens 466.680 Euro.

Quelle: F.A.Z.
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