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Probefahrt mit Tesla Model Y

Ick werd ein Berliner

Von Thomas Geiger
Aktualisiert am 04.06.2020
 - 14:33
Bald gebaut bei Berlin: Tesla Nummer vier, das Model Yzur Bildergalerie
Als halbwegs kompaktes SUV erscheint das Model Y vertraut und fremd zugleich. Technisch eng verwandt mit dem vor Jahresfrist eingeführten Model 3. Der Qualitätseindruck ist typisch Tesla.

Egal ob auf der Straße oder auf dem Mars, wo Elon Musk ist, da ist vorn. Keiner ist so forsch in der Elektrifizierung des Autos und der Eroberung des Weltalls wie der Tesla-Chef. Doch ausgerechnet mit seinem vielleicht wichtigsten Modell muss sich der amerikanische Visionär an eine neue Perspektive gewöhnen: Denn wo der Roadster, die Modelle S, X und 3 allesamt Vorreiter waren, startet das neue Model Y diesmal als Verfolger, zumindest in Europa. Während in den Vereinigten Staaten kurz vor dem Lockdown noch die ersten Modelle vom Band gelaufen sind, geht es in Europa nicht vor Sommer 2021 los. Bis dahin stehen Konkurrenten wie VW ID4, Skoda Enyaq, Audi Q4 E-Tron oder der BMW iX4 längst bei den Händlern.

Als halbwegs kompaktes SUV erscheint das Model Y vertraut und fremd zugleich. Technisch eng verwandt mit dem vor Jahresfrist eingeführten Model 3 und nur etwa 1500 Euro teurer, trägt es zwar die gleiche Form und wirkt für ein SUV filigran, glatt und zierlich. Doch hat Tesla geschickt das Format gedehnt. Das Model Y ist sieben Zentimeter breiter als das Model 3, sechs Zentimeter länger und 18 Zentimeter höher.

Das schafft mehr Platz, erleichtert das Ein- und Aussteigen und verbessert die Übersicht. Aber es bringt Gewicht und kostet Reichweite. Das Model 3 schafft bis zu 560 WLTP-Kilometer, im Datenblatt des SUV stehen nur 505 Kilometer. 241 km/h Höchstgeschwindigkeit sind weit mehr, als die Konkurrenz bietet.

Außen weniger wuchtig als die Wettbewerber, will das knapp 4,75 Meter lange Model Y innen sogar praktischer und geräumiger sein. Als Einziger in dieser Liga bietet Tesla deshalb gegen Aufpreis eine dritte Sitzreihe an. Allerdings gibt es die bislang nur auf dem Papier, und selbst wenn der Kofferraum nicht nur endlich eine große Klappe riskiert, sondern mit seinen bis zu 1900 Litern Volumen tatsächlich eine stattliche Größe hat, können wir uns das beim besten Willen nicht vorstellen. In der zweiten Reihe sitzt es sich tatsächlich ganz bequem, erst recht, weil sich nun die Neigung der Lehne verstellen lässt. Doch wie man ihre Bank auch dreht und wendet, passen vor dem geistigen Auge keine zwei weiteren Passagiere mehr ins Auto.

Während hinten alles neu ist, wirkt das Model Y in der ersten Reihe wie ein alter Bekannter aus einer neuen Zeit. Denn genau wie im Model 3 hat Tesla sämtliche Bedienelemente verbannt. Abgesehen von den Fensterhebern in den Türen und dem Knopf für den Warnblinker im Dach gibt es statt Tasten nur noch einen großen Touchscreen, der im A4-Format zwischen den Passagieren zu schweben scheint. Selbst den Tacho haben die Amerikaner wegrationalisiert und als Anzeige auf das Tablet verbannt.

Auch der Qualitätseindruck ist typisch Tesla. Selbst wenn sich da in den vergangenen Jahren viel getan hat, wirken die Materialien noch immer nicht der üppigen Preise würdig, manche Fuge hat einen eher willkürlichen Verlauf und manche Farbschattierung auch. Aber erstens üben sie noch in Fremont, und zweitens gibt es für die besonders kritischen Deutschen nicht ohne Grund bald ein Model Y „Made in Germany“ aus der noch zu bauenden Gigafactory vor den Toren Berlins.

Vertraut sind die Modellhierarchie und das dünne Gerüst an Daten, das Tesla veröffentlicht. Los geht es mit den beiden Spitzenvarianten Long Range und Performance mit jeweils zwei Motoren und Allradantrieb, die Tesla gegen eine Anzahlung von 2000 Euro für 58 620 oder 65 620 Euro reserviert. Erstere kommt nach Norm 505 Kilometer weit, braucht dafür aber bis Tempo 100 schon 5,1 Sekunden und fährt der Konkurrenz nur noch mit 217 km/h davon. Letztere verschenkt 25 Kilometer Reichweite, schafft den Sprint 1,4 Sekunden kürzer und fährt 24 km/h schneller. Mit geschätzt einem Jahr Versatz folgt noch ein Einstiegsmodell mit nur einem Motor und weniger Akkus, das auf etwa 45.000 Euro taxiert wird und rund 400 Kilometer Normreichweite bieten dürfte.

Quelle: F.A.Z.
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