FAZ plus ArtikelPipistrel Velis Electro

Reichweite stutzt noch die Flügel

Von Jürgen Schelling
05.10.2020
, 15:41
Die Velis Electro des slowenischen Flugzeugherstellers Pipistrel.
Elektrisches Fliegen kommt langsam voran. Die Leistung der Akkus begrenzt aber den Einsatz.
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Das unscheinbare Propellerflugzeug auf dem Vorfeld des schweizerischen Flugplatzes Grenchen stellt eine technische Revolution dar. Dabei sieht der zweisitzige Hochdecker völlig normal aus. Nur Profis stellen fest, dass kein Auspuffrohr zu sehen ist. Und erst wenn der Pilot ein dickes Elektrokabel an der Motorhaube anbringt, wird klar, dass dies ein mit Strom fliegendes Flugzeug ist. Und sogar ein ganz besonderes: Die Velis Electro des slowenischen Flugzeugherstellers Pipistrel ist das weltweit erste von der europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA zertifizierte Elektroflugzeug.

Es gibt zwar schon elektrisch angetriebene Motorsegler, dazu Ultraleicht- und Experimentalflugzeuge. Aber das 78 PS starke Elektroflugzeug ist nun als Erstes seiner Art zertifiziert wie eine Cessna oder Piper. Damit ist die Velis Electro auch für den Flugschuleinsatz in der Privatpilotenausbildung geeignet. Piloten können mit ihr rund um die Welt ohne Einschränkung unterwegs sein. Es gibt allerdings auch ein nahezu baugleiches Schwesterflugzeug mit identischen Flugeigenschaften und Abmessungen, das einen 100 PS starken Vierzylinder unter der Haube hat, die Virus. Warum wird rasch klar, wenn die Reichweite ins Spiel kommt. Die Elektroversion kann nur eine Stunde fliegen, dann muss sie aufgeladen werden. Das reicht zwar, um mit Flugschülern Platzrunden, also Starten und Landen, an einem Flugplatz zu üben. Dafür wären auch Anrainer dankbar, denn der Elektroflieger ist viel leiser als Schulmaschinen mit einem Verbrenner. Flugschüler müssen aber auch Dreiecksflüge absolvieren. Die gehen über eine Distanz von mindestens 270 Kilometern mit zwei Zwischenlandungen, zuerst mit Fluglehrer, später allein im Cockpit. Das klappt mit der Elektroversion nicht. Das Modell Virus mit Verbrenner kann hingegen bis zu fünfeinhalb Stunden fliegen.

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Quelle: FAS
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