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Bilanz 2019

Unsere Autos des Jahres

Von Holger Appel
 - 15:18
So sexy kann Basismobilität sein: Suzuki Jimny.zur Bildergalerie

Das Elektroauto beherrscht die Diskussion in Gesellschaft und Politik, aber die Straße noch lange nicht. Das spiegelt sich auch in unserem Fuhrpark wider. Elektroautos sind Teil der Testwagenflotte, sie werden darin immer normaler, aber sie sind eben noch klar in der Minderheit. Richtig überzeugt im Alltag hat uns keines, sofern der Maßstab eines Erstautos angelegt wird. Große und schwere Fahrzeuge wie der Audi E-Tron sind zwar halbwegs langstreckentauglich, wirken in der Stadt aber wie ungelenke Monster. Doch ist nicht gerade die Stadt das Einsatzgebiet für Elektromobilität schlechthin? Dort sind Kia E-Niro, Nissan Leaf oder Smart EQ zu Hause, die aber mit hohen Preisen und bisweilen mäßigem Komfort Kunden verschrecken. Irgendwo dazwischen siedelt sich das Model 3 von Tesla an, mit alltagstauglichen Abmessungen, leistungsfähigem Akku und günstigeren Preisen als die bisherigen Modelle der innovationsfreudigen Amerikaner. Mit seiner schwachen Verarbeitungsqualität und den absolut noch immer hohen Tarifen aber erscheint auch das Modell 3 nicht geeignet, die breite Masse zu verführen.

Dieses Unterfangen werden im gerade angelaufenen Jahr die elektrischen Peugeot 208, Opel Corsa, der aufgefrischte Renault Zoé, der fesche Mini E oder der witzige Citroën Ami One angehen, allen voran aber natürlich die Marke Volkswagen mit ihrem ID 3, der eine neue Generation Golfstrom begründen will. Ob die Kunden sich überzeugen lassen, ist nicht ausgemacht, aber allein schon die von 2020 an drohenden Strafzahlungen bei Überschreiten bestimmter CO2-Grenzen werden dafür sorgen, dass ein immer größeres Angebot in den Markt und an den Kunden gebracht werden wird, koste es, was es wolle. Deswegen werden auch immer mehr Plug-in-Hybride angeboten werden und sich in unserem Testfuhrpark entsprechend wiederfinden.

Zweifelsfrei den größten Anteil hatten im vergangenen Jahr noch Benziner und Diesel, und es gibt sogar ein paar wenige Mutige, die unverdrossen auf Leistung setzen. Seat hat die Submarke Cupra aus der Taufe gehoben, und was wir bislang mit dem Ateca erleben durften, war erst der Anfang einer Geschichte, die einiges an Lust erwarten lässt. Andere Marken müssen sich neu erfinden, so etwa der zu Renault gehörende Hersteller Dacia. Die Rumänen mit dem sympathischen Billigimage leiden wegen ihrer von der Muttergesellschaft abgelegten Triebwerke fortan im strengen CO2-Regime, weshalb die Entscheidung zwischen Aufgabe und Angriff fallen musste. Dacia entscheidet sich für Angriff, aus den Tiefen der Designentwicklung werden geistreich gestaltete Gefährte vermeldet. Gut so, denn vor allem der Duster hat eine klassenlose Akzeptanz erreicht, die ihresgleichen sucht.

Unser Auto des Jahres 2019 ist freilich der Suzuki Jimny. Der kleine Japaner weckt die Sehnsucht nach der großen Mercedes G-Klasse, nur viel günstiger. Er sieht besser aus, als er fährt, erfüllt gleichwohl alle automobilen Grundbedürfnisse und würzt sein Dasein mit einem Sexappeal, dem die Menschen scharenweise erliegen. Ein Jahr Lieferzeit spricht für sich. Wegen des Jimny werden vermutlich nicht mal SUV-Gegner auf die Straße gehen, deren Zahl medial überhöht wird. Im Autohaus sieht die Welt nämlich anders aus. Das Segment der SUV ist inzwischen das größte, größer noch als die Ewigkeiten die Bestenliste anführende Kompaktklasse. Und das wird vermutlich auch in diesem Jahr so bleiben, sind doch hohe Sitzposition, gute Übersicht, bequemer Einstieg und nur minimaler Mehrverbrauch höchst verlockende Eigenschaften.

94 Testwagen sind 2019 durch die Hände der Redaktion Technik und Motor gegangen. Zudem waren unsere Autoren, wenn der Eindruck nicht täuscht, auf so vielen Neuvorstellungen wie nie zuvor. Die Branche ist lebendig und umtriebig, und die Zeiten werden nicht ruhiger werden. Wir freuen uns darauf und Sie, liebe Leserinnen und Leser, bestimmt auch. Starten Sie gut ins neue Jahr, fahren Sie vorsichtig und vor allem: Bleiben Sie mit Spaß am Steuer.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Appel, Frank-Holger (hap.)
Holger Appel
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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