FAZ plus ArtikelUntersuchung zu Verkehrstoten

Die Ablenkung wird mehr und mehr zum Problem

Von Hans W. Mayer
09.01.2021
, 16:45
Eine Untersuchung des Allianz-Zentrums für Technik ergibt: Mehr als 300 Fahrer sterben jährlich, weil sie mit der Bedienung von Handy oder Auto beschäftigt sind.

Allen Appellen und Sanktionen zum Trotz ist die Nutzung von Smartphones oder Tablets während der Autofahrt mehr denn je traurige Realität. Die daraus resultierende massive Ablenkung ist nach einer Untersuchung des Allianz-Zentrums für Technik (AZT) für jeden zehnten Verkehrsunfall mit Todesfolgen verantwortlich. Mehr als 300 Verkehrstote im Jahr gehen auf das Konto Ablenkung, das wären mehr Tote, als durch alkoholisierte Fahrer sterben.

Technische Vorrichtungen, die das Telefonieren während der Fahrt unmöglich machen, wären kein Hexenwerk. Doch die Ablenkung wird nicht weniger, im Gegenteil. Mittlerweile werden Schalter und Drehregler offenbar zielstrebig aus dem Cockpit verbannt und durch berührungsempfindliche Bildschirme ersetzt. Wer beim Klimatisieren nur zwei Sekunden lang auf das Display schaut, legt schon bei Tempo 80 km/h rund 44 Meter im Blindflug zurück. Ablenkung ist auch eine der Hauptursachen für die Häufung folgenschwerer Auffahrunfälle von Lastwagen. Deshalb fordert der ADAC: „Grundfunktionen wie Scheibenwischer, Heizung oder Beleuchtung müssen ohne Blickabwendung bedienbar und mindestens so einfach zu handhaben sein wie haptisch erfühlbare Tasten oder Schalter.“

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