Kleiner wächst feiner

Vespa und BMW fahren davon

Von Ulf Böhringer
21.07.2021
, 15:09
Motorräder und Roller bleiben beliebt, das zeigen die aktuellen Zulassungszahlen des ersten Halbjahres 2021. Doch das gute Plus geht vor allem auf das Konto der kleinen Maschinen.

Motorisierte Zweiräder entfalten in Deutschland weiter große Anziehungskraft. War schon das von der Corona-Pandemie gezeichnete Jahr 2020 ein gutes für Hersteller, Importeure und Händler, so zeigt sich am Ende des ersten Halbjahrs 2021: Das Wachstum dauert an. Über alle vier Fahrzeuggruppen hinweg – Krafträder und -roller sowie Leichtkrafträder und -roller bis 125 Kubikzentimeter Hubraum – bilanziert der Industrieverband Motorrad ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während der größten Gruppe der Krafträder nur ein Plus von 0,7 Prozent auf 71 400 Einheiten gelang und die Kraftroller gar ein Minus von 1,3 Prozent auf 9130 Stück einfuhren, legten die 125er kräftig zu: Leichtkrafträder um 9,3 Prozent, Leichtkraftroller sogar um 14,5.

Damit erreichen die A1-Fahrzeuge erstmals einen Anteil von fast 30 Prozent am Gesamtmarkt. Noch vor zwei Jahren hatten die Achtelliter-Zweiräder nur knapp 19 Prozent Marktvolumen. Freilich half den Minis, dass es die Krafträder in den ersten sechs Monaten des Vorjahrs pandemiebedingt schwer hatten. Die Zulassungszahl fiel von gut 75 000 auf knapp 71 000. Diesen Einbruch machten sie im zweiten Halbjahr zwar mehr als wett, doch die 125er wuchsen noch deutlich kräftiger.

Ganz besonders gilt das für die beiden Vespa-Modelle Primavera 125 und GTS 125 Super, beide keine Billigheimer. Aus zusammen 1447 Exemplaren im ersten Halbjahr 2019 wurden stramme 5200 Stück in diesem Jahr, ein Plus von 260 Prozent.

Bei den Leichtkrafträdern musste die Seriensiegerin KTM 125 Duke das Podest verlassen. Vorne liegen nach diesem ersten Halbjahr die Yamaha MT-125 vor der noch jungen Brixton BX 125 und der Honda CB125R. Die KTM folgt erst auf Rang vier.

Nach wie vor dominieren aber die Krafträder das Bild. Innerhalb des Segments gibt es dieses Jahr deutliche Verschiebungen, was nicht immer mit steigender oder fallender Beliebtheit bei den Käufern zu tun hat, sondern oft mit der Lieferfähigkeit der Hersteller. Das beliebteste Motorrad bleibt die BMW R 1250 GS mit 6583 Neuzulassungen vor der Kawasaki Z900 (2666) und der Kawasaki Z659 (2048). Angesichts des Preises von mehr als 23.000 Euro fuhr die neue BMW R 18 beachtliche Zahlen ein. 1071 Neuzulassungen bedeuten für das fünftbeste BMW-Modell Rang zwölf der Zulassungsstatistik.

Bei den Kraftrollern, dem kleinsten und einzigen Segment mit leicht negativem Vorzeichen, steigerte die ewige Vespa GTS 300 Super ihre letztjährige Sensationszahl von 3771 auf 3821 Stück. Dahinter folgen mit viel Abstand Hondas Forza 350 (595) und SH350 (480). Stark verloren haben die Dreirad-Scooter von Piaggio MP3 300 und MP3 500. Sie fallen zusammen um 30 Prozent von 786 auf 548 Stück.

Quelle: F.A.Z.
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