Volkswagen Caddy

Schlucken mit Charme

Von Martina Göres
Aktualisiert am 07.11.2020
 - 07:58
Caddy-Lack: Grün ist eine Möglichkeit, es gibt andere.
Wer beim Caddy an ein nüchternes VW-Nutzfahrzeug ohne jeden Charme denkt, der irrt. Der komplett neu entwickelte Praktiker stellt durchaus eine Alternative zum teureren, wenn auch weniger rustikalen Touran dar.

Seit mehr als 40 Jahren hat Volkswagen den Caddy im Angebot. Ende des Monats geht die fünfte Generation des Hochdachkombis, 4,50 Meter lang, an den Start. Die 4,85 Meter langen Maxi-Versionen folgen Anfang nächsten Jahres. Außer dem zweisitzigen Kastenwagen und dem Kombi mit verglastem Fahrgastraum gibt es wieder eine Pkw-Version mit zwei Schiebetüren und wahlweise fünf oder sieben Sitzen sowie eine Campingvariante mit integriertem Bett.

Wer an ein nüchternes Nutzfahrzeug ohne jeden Charme denkt, der irrt. Der komplett neu entwickelte Praktiker stellt durchaus eine Alternative zum teureren, wenn auch weniger rustikalen Touran dar. In ein ansprechendes Design mit großzügigen, glatten Flächen verpackt, wartet der Caddy zu Preisen von 27.690 Euro an jetzt mit modernerer Technik und mehr Assistenzsystemen auf. Die neu konstruierte starre Hinterachse hat erstmals Schrauben- statt Blattfedern.

Damit ist das Fahrverhalten des um neun Zentimeter länger und sechs Zentimeter breiter gewordenen Fronttrieblers agiler, aber auch komfortabler geworden. Der um sieben Zentimeter auf 2,76 Meter verlängerte Radstand sorgt für mehr Platz für Passagiere und Gepäck. Bis zu 1213 Liter passen hinter die zweite Sitzreihe, die klapp- und komplett ausbaubar ist. Dann schluckt der Caddy sogar 2556 Liter. Neu sind die beiden optionalen Einzelsitze der dritten Sitzreihe. 1,5 Tonnen dürfen an den Haken genommen werden.

Im soliden Innenraum kann der Caddy seine Nutzfahrzeugherkunft nicht gänzlich verhehlen. Die Hartplastikoberflächen haben aber eine angenehme Struktur. Auf Wunsch ist das digitale Cockpit verfügbar, das mit dem 10,25 Zoll großen Zentralmonitor wie zu einer Einheit verschmilzt. Dazu kommen digitale Touchflächen für Sicht-, Audio- und Menüfunktionen. Fünf von 19 möglichen elektronischen Helferlein sind erstmals im Caddy zu haben, darunter der „Travel Assist“ für teilautonomes Fahren.

Zunächst ist ein Zweiliter-TDI mit 102 und 122 PS im Angebot. Der 75- PS-Basisdiesel, ein 1,5-Liter-TSI mit 114 PS und ein 130 PS starker, aufgeladener Erdgasmotor sind für nächstes Jahr angekündigt, ebenso eine 4×4-Version des 122 PS starken TDI. Eine Plug-in-Hybrid-Version ist in Vorbereitung, aber nicht vor 2023 marktreif.

Quelle: F.A.Z.
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