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VW ID 3

Der Golf mit Strom und Plastik

Von Holger Appel
Aktualisiert am 01.08.2020
 - 15:47
Neue Ära? Elektrischer VW ID 3.zur Bildergalerie
Erste Probefahrt im VW ID 3: Auslieferungen sind für Oktober geplant, doch einige Funktionen aus der digitalen Welt müssen später per Softwareupdate eingespielt werden.

Der Golf des Elektrozeitalters soll für Volkswagen das Modell ID 3 werden. Wer jetzt bestellt, soll es noch in diesem Jahr bekommen, die erste Auslieferung ist im Oktober vorgesehen. Ein, zwei Funktionen aus der digitalen Welt hat VW nicht mehr rechtzeitig fertigbekommen, sie sollen später per Softwareupdate eingespielt werden. An solche Vorgänge muss man sich womöglich gewöhnen. Immerhin fährt der ID 3. Das Serienmodell stand nun für eine erste Probefahrt zur Verfügung.

Drei Versionen sind geplant mit 45-, 58- oder 77-kWh-Akku, der Elektromotor leistet 150 oder 204 PS und 310 Newtonmeter Drehmoment, anzulegen sind mindestens 35.575 Euro. Zunächst wird nur die rund 3500 Euro teurere 1st Edition mit 204 PS und 58-kWh-Akku ausgeliefert, es gibt vier Farben zur Wahl und drei Ausstattungspakete.

Mit dem 1,8 Tonnen schweren Fahrzeug hat die hinten sitzende und antreibende Elektromaschine bemerkenswert leichtes Spiel, der ID 3 fühlt sich handlich an. Sein Vorwärtsdrang bis zur Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ist so nachdrücklich wie harmonisch, und das Fahrwerk sorgt erfolgreich für Komfort. Die Gasannahme ist nicht so zackig gestaltet wie etwa im Mini E, das dürfte der Klientel entgegenkommen.

Mit der leichtgängigen Lenkung lassen sich Kurven zielgenau ansteuern, der Aufbau wankt zwar unter forscher Gangart, bleibt aber stets sicher beherrschbar. Im Elektroauto sind niedrige Außengeräusche wichtig, hier hat VW verdienstvolle Arbeit geleistet. Wir vermuten nach unserer ersten Runde um Hannover, dass von den 420 nach Norm avisierten Kilometern im Alltag 350 möglich sind, bis eine Ladesäule aufgesucht werden muss, die bis zu 125 kW einfüllen darf.

Im Innenraum des 4,26 Meter langen ID 3 ist vorn wie hinten viel Platz, und es gibt zahlreiche Ablagen. Die Sitzposition zu Lenkrad und Pedalen passt gut. Allerdings sind die Sitze weniger bequem als im Golf, und was sich VW in der Innenausstattung leistet, ist ein schwaches Stück. Harter Kunststoff, so weit das Auge und die Finger reichen, Gangschaltung und Tacho wie aus dem Kosmos-Spritzbaukasten, ein labbriger Plastikknopf zur Spiegeleinstellung, enttäuschend. Man merkt dem ID 3 überall an, unter welchem Kostendruck er entstanden ist. Ob das gutgeht? Wir würden den liebevoller gemachten Golf noch nicht abschreiben.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Appel, Frank-Holger (hap.)
Holger Appel
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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