Zweite Generation des Mirai

Der lange Atem von Toyota

Von Boris Schmidt
05.12.2020
, 22:14
Mit dem Mirai ist Toyota einer der Vorreiter in der Wasserstoff-Technik. Die zweite Generation der Limousine kommt nun in gefälligerer Form auf den Markt.

Toyota hat einen langen Atem. Das hat das Unternehmen schon als Pionier der Hybrid-Technik bewiesen. Seit 2015 bietet der zweitgrößte Autohersteller der Welt mit dem Mirai eines der wenigen Autos an, das auf die Brennstoffzellen-Technik vertraut. Getankt wird Wasserstoff (H2), gefahren elektrisch mit dem Strom aus der chemischen Reaktion des H2 in der Brennstoffzelle mit dem Sauerstoff aus der Luft. Das funktioniert alles zuverlässig.

Vor fünf Jahren kündigte Toyota optimistisch an, bis 2020 rund 30.000 Mirais abgesetzt zu haben. Nun, es wurden knapp 11.000, es hapert nach wie vor an Tankstellen. 2015 gab es in Deutschland 14 H2-Stationen, heute sind es immerhin 96. In anderen Ländern, außer Japan, sieht es nicht besser aus. Mittel- und langfristig soll die Brennstoffzelle aber vor allem bei den schweren Lastwagen reüssieren, und in diese Richtung denkt auch Toyota. Mit dem nun vorgestellten Mirai II soll für den Wasserstoff-Antrieb an sich geworben und vor allem die technische Entwicklung vorangetrieben werden.

So ist der neue Mirai technisch viel weiter als die erste Generation, er kommt mit 330 statt 370 Zellen aus, hat jetzt 128 statt 114 kW (174/155 PS) Leistung, ist zehn Prozent sparsamer und hat mit einem 5,6-Kilo-Tank genau einen Liter mehr komprimierten Wasserstoff an Bord. Außerdem ist das Fahrwerk komplett neu, es wird von Front- auf Hinterradantrieb umgestellt, dazu ist die Karosserie des Mirai II wesentlich gefälliger gestaltet als die der ersten Generation.

Fast ist man geneigt zu sagen, er ist der schönste Toyota im Programm. Weil immer noch viel Technik verbaut werden muss, streckt sich der neue Mirai auf 4,98 Meter. Es finden jetzt fünf statt vier Personen Platz.

Die Produktion des Autos hat in Japan schon begonnen, nach Deutschland sollen erste Fahrzeuge im März kommen. Mit 63.900 Euro ist er deutlich günstiger als der alte, dazu gibt es jetzt auch noch 7500 Euro Fördergeld.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schmidt, Boris
Boris Schmidt
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot