Tech-Talk

Radwechsel

EIN KOMMENTAR Von Boris Schmidt
Aktualisiert am 13.12.2019
 - 10:44
Der lästige Räderwechsel war lange hinausgeschoben worden. Dieses Mal endet er fast mit einem Youtube-Video.

Der lästige Räderwechsel war lange hinausgeschoben worden. Auch um dem noch jungen Autofahrer zu zeigen, wie es geht, wollten wir dieses Jahr nicht in die Werkstatt fahren, um die Räder geschwind umzustecken. Früher haben wir das ja auch immer selbst gemacht. Die Tage wurden kalt und kälter, die Ausrede, es werde eh wieder keinen Winter geben, zog nicht mehr.

Gesagt, getan. Die Winterschlappen schnell herangeschleppt, den Schlagschrauber aus der Garage hervorgekramt. Nur hat der offenbar seinen Geist aufgegeben. Also muss das Radkreuz her. Ist auch viel authentischer. Uh, sind die Schrauben fest angezogen. Aber der Sohn ist noch jung und hat Kraft. Auch die eine Schraube, die sich zunächst partout nicht lösen lässt, kapituliert schließlich vor den Armen, die 40 Jahre jünger sind.

Immer wieder den Wagenheber neu ansetzen kostet natürlich seine Zeit, aber so lernt es Sohnemann wenigstens. Der Ausruf „Huch, ich habe ja ein Reserverad!“, als wir das Werkzeug aus dem Kofferraumboden holen, hatte uns doch überrascht. Schließlich fährt er das Auto schon anderthalb Jahre. Sollte er alsbald einen Platten haben, weiß er jetzt genau, was zu tun ist. Letztes Rad. Die Schrauben sind ab. Nur das Rad nicht. Hatten wir noch nie. Und wir haben schon oft in Eigenregie Räder gewechselt.

Was jetzt? Der Sohn: „Ich schaue mal auf Youtube nach.“ Da kommt der Nachbar vorbei, erkennt das Problem und löst es mit einem beherzten Tritt. „Das hätten wir filmen sollen. Die kurzen Erklär-Videos werden immer am besten geklickt,“ sagt der Sohn.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schmidt, Boris
Boris Schmidt
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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