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Tech-Talk

Ruhe sanft

EIN KOMMENTAR Von Lukas Weber
 - 11:00

Was haben Betten mit Autos gemein? Beide sind hochgefährliche Geräte. Den Beweis haben jetzt unabhängige Wissenschaftler in epidemiologischen Studien erbracht. Demnach sterben die meisten Menschen in Betten – die Untersuchung der WHO wurde inzwischen durch wissenschaftliche Analysen aus allen Kontinenten bestätigt. Besonders gefährdet sollen Alte und Kranke sein.

Schon erscheinen in den Städten Demonstranten mit Plakaten, auf denen steht: „Betten töten“. Der eigens zur Hilfe für die Betroffenen gegründete Verein, dessen Geschäftsidee es ist, Verkäufer abzumahnen, wenn die Warnaufkleber auf der Längsseite nicht die rechte Größe haben, fordert deshalb eine zeitliche Begrenzung des Aufenthalts in Liegestätten, und die Grüne Annalena möchte deren lichte Höhe begrenzen. Das ruft die Toxikologen auf den Plan. Sie nehmen den Hinweis der Statistiker ernst und stecken Ratten in Betten. Indessen, dort zeigen sie keine höhere Sterblichkeit als auf nacktem Boden. Staunend verfolgen wir den Streit der Wissenschaftler, die sich gegenseitig die Kompetenz absprechen. Da mischen wir uns nicht ein und möchten – das ist ein Szenenwechsel – den durch Abgase belasteten Körper mit Sport stärken.

Doch abermals kommen uns die Forscher in die Quere. Sie haben nämlich herausgefunden, dass Winston Churchill recht hatte, falls er wirklich „no sports“ sagte, denn mit der körperlichen Anstrengung steigt der Ausstoß an Kohlendioxid dramatisch. Der Mensch ist eine ineffiziente Verbrennungsmaschine, ein Elektromoped kommt auf weniger CO2. Sport ist also ein Klimakiller. Leider geht es mit diesem Argument auch dem Fahrrad an die Reifen, jener letzten Bastion des grenzenlosen Individualverkehrs. Annalena meint, dann dürfe man halt nur noch bergab fahren, während wir beschließen, zu gehen, statt zu rennen. Am besten bewegt man sich überhaupt nicht mehr. Wir setzten uns also entspannt in den Sessel – ins Bett trauen wir uns nicht – und träumen weiter von einer Zukunft ohne Sport und ohne Autos.

Quelle: F.A.Z.
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Lukas Weber
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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