Mein Broterwerb

Text und Fotos von MARCO DETTWEILER

26. Mai 2020 · Nicht erst seit der Corona-Krise konzentrieren sich viele auf das Wesentliche – und backen zu Hause ihr eigenes Brot.

Ich backe mein Brot selbst. Selten hat eine Auskunft unter Freunden so viel Verwunderung und Bewunderung hervorgerufen. Erst kam das Wie: Mit einer Brotbackmaschine? Mit dem Thermomix? Dann folgte das Wozu: Traust du dich nicht mehr aus dem Haus wegen Corona? Musst du sparen? Hast du sonst nichts zu tun? Alles falsch. Ein ordentliches Brot wird mit frisch gemahlenem Mehl, Wasser, Salz, Sauerteig und mit der Hand gemacht. Weil es so gut schmeckt. Und weil es gesund ist – oder zumindest nicht krank machen kann, weil der Hobbybäcker weiß, woraus sein Brot besteht.

Einen Bäcker in Deutschland zu finden ist so einfach wie eine Espressobar in Italien. Es gibt in Deutschland 10.000 Bäckerbetriebe und 46.000 Verkaufsstellen. Zum Vergleich: Die Apothekendichte ist weniger als halb so groß. Doch was die meisten Bäckereien verkaufen, schmeckt oft längst nicht so gut wie das Brot, das man selbst macht. Das liegt schon an den Zutaten. Damit es schnell geht, Masse hergestellt werden kann, die Teigmaschinen gut laufen und das Sortiment vielfältig ist, verwenden viele Bäcker Backmischungen. Im besten Fall ist das ein Sack mit Mehl, Trockenhefe und Salz, den der Bäcker mit Wasser und frischer Hefe erweitert. Aber dabei bleibt es häufig nicht. Bis zu 200 Zusatzstoffe dürfen dem Brot beigemischt sein. Ob Phosphate, Maltodextrin, Cystein, Ascorbinsäure oder Diglyceride: Appetitlich klingt das alles nicht. Bei einigen Stoffen gibt es wissenschaftliche Nachweise, dass sie dem Körper zumindest nicht guttun.

Es ist eine schöne Krume geworden. Auch der Rand ist schön knusprig.
Es ist eine schöne Krume geworden. Auch der Rand ist schön knusprig.

Sauerteig fürs Leben 

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26.05.2020
Quelle: F.A.Z.