FAZ plus ArtikelExcelsior Sputter

Wie billig darf’s denn sein?

Von Hans-Heinrich Pardey
15.05.2021
, 14:29
Fahrradautomatik für kleines Geld: Sind zwei Übersetzungen, die man nicht mal schalten muss, am Stadtfahrrad genug? Dann würden 400 Euro für ein „Lifestylerad“ genügen.
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Fast sieben von zehn Fahrradkäufern, mehr als zwei Drittel, gehen zum Fachhändler, wenn sie ein neues Fahrrad haben wollen. Dort haben sie 2020 im Durchschnitt 630 Euro für ihr Rad ausgegeben. Dieser Betrag ist nicht etwa den teuren Elektrorädern geschuldet. Deren Durchschnittspreis lag bei 2975 Euro, wie der Fachhandelsverband VDZ ermittelte. Je nachdem welche Kategorie von Fahrrad man im Auge hat, können 630 Euro als eher wenig oder als ziemlich viel Geld erscheinen. Tatsache ist, Offerten, die deutlich günstiger sind, gibt es keineswegs nur bei dubiosen Versendern oder im Baumarkt, dessen Anteil an den Fahrradverkäufen übrigens sinkt. Was kann man im Fachhandel bekommen, wenn man mit seinem Budget um mehr als ein Drittel unter dem Durchschnitt bleiben möchte? Na, zum Beispiel das Excelsior Sputter vom Großhändler Hartje, ein sogenanntes Lifestylerad für die Stadt. In der Typenbezeichnung klingt sowohl Spritzigkeit wie Stottern an, was beides bei dem Rad hinkommt, das für rund 400 Euro im Laden steht.

Die modische Aufregung um Starrgang- und Ein-Gang-Rad, also das „Fixie“ und das „Singlespeed“, was nicht zwingend dasselbe ist, hat sich längst gelegt. Genauer gesagt ist der Hype auf die ihm zugrunde liegende gesicherte Erkenntnis geschrumpft: Was nicht an ein Fahrrad dran montiert ist, bedarf auch keiner Pflege und kann vor allem weder kaputtgehen noch geklaut werden. Für Fahrradkuriere und andere Biker im Großstadtdschungel war und ist dies eine starke Motivation, möglichst aufs absolut Notwendige reduzierte Räder zu bewegen. Wobei auch noch eine Rolle gespielt haben mag, dass ein Bahnrad mit starrem Gang und ohne Bremsen nicht von jedem Hühnerdieb so mir nichts, dir nichts weggefahren wird. Das Fahren, vor allem aber das Bremsen eines Fixies will gekonnt sein, bereitet allerdings – jedoch im öffentlichen Straßenverkehr nicht zulässig – auch eine Menge Spaß.

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