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Fahrradbeleuchtung von Trelock

Taghell wird die Nacht

Von Hans-Heinrich Pardey
 - 10:56
LS 760 I-Go Vision, Rücklicht LS 720 Reego von Trelock

Die Zeiten, in denen die Batteriebeleuchtung am Fahrrad – so sagt man immer noch, obwohl längst Lithium-Ionen-Akkus über eine USB-Schnittstelle geladen werden – als Angeberei oder Spielzeug nicht ernst genommen wurde, sind vorbei. Der vom (Naben-)Dynamo oder aus dem Akkupack des Motors sicher gespeiste und fest verbaute Scheinwerfer hat zwar alltags samt dem großflächigen Rücklicht am Gepäckträger immer noch seine praktischen Vorzüge. Doch in puncto Leistung und Komfort stehen die abnehmbaren Leuchten nicht hintenan. Ganz im Gegenteil, da muss man sich nur einmal die LS 760 I-Go Vision von Trelock ansehen. Sie kostet rund 120 Euro im Set mit Rücklicht LS 720 Reego, Befestigungen und Kabeln.

Die Konformität mit der deutschen StVZO ist für den Hersteller aus Münster kein Thema. Es war ein vernünftiger, aber auch überfälliger Schritt des Gesetzgebers, dass Akku-Beleuchtungen nun schon seit Jahren nicht mehr nur dem Sportgerät Rennrad vorbehalten sind. Denn nichts hat die Beleuchtungsmoral der Radfahrer genauso wie den Ideenreichtum der Anbieter so positiv beeinflusst wie die Aufhebung dieser Restriktion. Dass die I-Go Vision vor dem Fahrrad her mit maximal 100 Lux die Nacht zum Tage macht, ist zwar ihre Hauptfunktion, aber nicht ihre einzige. Sie ist auch eine Powerbank zum Nachladen des Handys, zeigt die Zeit, ist dimmbar und hilft dabei, den schlanken Korpus, der auch als Taschenlampe gut in der Hand liegt, so auszurichten, das der Gegenverkehr nicht geblendet wird.

Ohne die 100 Lux in andere Maßzahlen umzurechnen, mit denen ähnlich unanschaulich geworben wird: Das ist ganz schön hell, ein eher kühles, grelles Licht, wie man es von flotten Autos kennt. Das Leuchtfeld ähnelt zwei mit der offenen Seite gegeneinander gerichteten Hufeisen: das hellere, weiter reichende beleuchtet mit einem spitzen Bogen die Straße voraus, während das entgegengesetzt orientierte sich fächerförmig öffnend weniger hell den Nahbereich ausleuchtet. Die Leuchtstärke lässt sich in fünf Stufen regulieren. So dankbar man auf der finsteren Landstraße für die volle Power ist, die auch zuverlässig die Abblendsensoren des motorisierten Gegenverkehrs auslöst, so wenig braucht man die 100 Lux in der abendlichen Stadt oder an einem diesigen Morgen als Tagfahrlicht. Die Regulierungsmöglichkeiten dienen also keineswegs nur dazu, eine möglichst lange Betriebsdauer aus dem Energievorrat (3000 mAh) herauszuholen.

Die Anzeige hält einen ständig über den Füllstand des Akkus sowie darüber auf dem Laufenden, wie lange der Saft in Abhängigkeit von der gewählten Leuchtstärke noch reicht. Das üppige Display ist sehr gut ablesbar und hell, bei Nachtfahrt im Stockdunklen beinahe ein wenig störend. Auch die Tasten sind beleuchtet, und rechts und links lassen schmale Fensterchen einen Lichtstreif sozusagen als seitliches Positionslicht hinaus. Die Ladebuchse ist rückwärtig abgedeckt und zugleich der Anschluss für die Powerbank-Funktion; deren Ladestrom beträgt maximal 700 mA. Das Laden eines externen Geräts setzt einen Akku voraus, der mindestens noch zu 20 Prozent geladen ist.

Ein Punkt, in dem die Leuchten von Trelock traditionell gut sind, ist die Befestigung. Die LS 760 I-Go Vision lässt sich wie andere Trelock-Scheinwerfer zum einen dauerhaft seitlich ausrichten; man kann also sehr wohl das Licht mittig scheinen lassen, wenn der Scheinwerfer seitlich versetzt auf dem Lenker montiert werden muss. Um die richtige Neigung zu finden, hilft einem die „Level-Funktion“, eine einfache, aber effektive Strich-Wasserwaage. Das Aufsetzen, vor allem aber das Abnehmen der Frontleuchte ist mit einem Tastendruck schnell und sicher erledigt. Das lässt sich beim Rücklicht LS 720 Reego leider nicht sagen: Das winzige Rotlicht ist zwar sehr schön hell, aber Montage und Demontage sind ziemlich fummelig. Statt weiter auf Minimalgewicht und -abmessungen zu setzen, könnte sich Trelock eigentlich ein Akku-Rücklicht mit integriertem Reflektor einfallen lassen.

Quelle: F.A.Z.
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