FAZ plus ArtikelGotthard-Route

Die Bahn flach halten

Von Eberhard Krummheuer
Aktualisiert am 10.08.2020
 - 10:08
Blick in einen der beiden Ceneri-Tunnelzur Bildergalerie
Kühne Gebirgsbahnen sind ein Markenzeichen der Schweiz. Nun aber sind die Eidgenossen stolz auf die Fertigstellung der „Flachlandbahn“ auf der Gotthard-Route. Und Deutschland blamiert sich weiter.

Für helvetische Maßstäbe ist das Ceneri-Gebirge eigentlich kaum der Rede wert: Gipfel, die die 2000 Meter nicht erreichen, eine Passhöhe von gerade einmal gut 500 Metern. Und doch liegt es wie ein gewaltiger Klotz zwischen dem Luganer See und dem Tal des Ticino oberhalb des Lago Maggiore, zwischen dem „Sottoceneri“ und dem „Sopraceneri“, wie die Tessiner unterscheiden. Schon die alten Römer pflasterten sorgfältig Serpentinen auf dem uralten Handelsweg zwischen See, Berg und Tal. Längst drehen sich daneben Autobahn und Eisenbahn kurven- und tunnelreich hinauf und hinab. Für den Schienenverkehr ist der Monte Ceneri aber spätestens zum Jahresende kein Thema mehr – dank zweier Tunnelröhren.

Das ist kein regionales Ereignis, sondern ein europäisches: Die Alpen sind nicht länger ein Hindernis für schnelle Reise- und schwere Güterzüge national wie international. Nach der Eröffnung des 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnels im Dezember 2016 ist das neue Bauwerk nun so etwas wie der Schlussstein für die neue Schweizer Flachlandbahn. „Erst mit dem 15,4 Kilometer langen Basistunnel unter dem Ceneri wird die durchgehende Flachbahn von Altdorf bis Lugano Realität“, stellt der Bauherr, die Alptransit Gotthard AG (ATG), Tochter der Schweizer Bundesbahnen (SBB), fest.

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Quelle: F.A.S.
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