FAZ plus ArtikelFilterkaffeemaschine im Test

So läuft das nicht in Deutschland

Von Marco Dettweiler
Aktualisiert am 10.11.2020
 - 09:44
Filterkaffeemaschine Wilfa Precision WSP 2azur Bildergalerie
Die Filterkaffeemaschine von Wilfa sieht außergewöhnlich aus, hat ein Gehäuse aus Aluminium, hält streng die Temperatur und überlässt dem Kaffeefreund, wie schnell der Extrakt aus dem Filter laufen soll. Dafür ist die Precision WSP 2a verdammt teuer. Lohnt sich der Kauf?

Filterkaffeemaschinen versuchen sich seit Jahrzehnten an der gleichen Aufgabe. Sie simulieren den Vorgang, den Nostalgiker und Nerds händisch erledigen. Wasser wird erhitzt und mit einer kreisenden Bewegung über das in einem Papierfilter gehäufte Kaffeemehl gegossen. Sowohl manche Menschen als auch einige Maschinen glauben, dass man dabei wenig falsch machen kann. Das ist leider nicht richtig. Temperatur des Wassers, Mahlgrad der Bohnen, Menge des Mehls, Geschwindigkeit des Gießens und noch einige Parameter mehr beeinflussen das geschmackliche Ergebnis. Eigentlich ist die händische Methode vorzuziehen, weil man die volle Kontrolle über das Geschehen hat. Doch sie hat zwei kleine Schwächen. Während des „Pour-Over“ kühlt das Wasser im Kessel allmählich ab, so dass es nicht die gewünschte Temperatur von rund 94 Grad Celsius hält. Und manche Bohnen müssen sehr grob gemahlen werden, damit der Extrakt zügig abläuft und nicht zu lange im Filter steht. Beide Schwächen versucht die Wilfa Precision WSP 2a auszugleichen.

Erst seit wenigen Monaten ist die Maschine in Deutschland erhältlich. Sie wird vom norwegischen Unternehmen Wilfa produziert und vertrieben. Unter Kaffeeenthusiasten ist sie schon länger bekannt, weil an ihrer Entwicklung Barista-Weltmeister Tim Wendelboe beteiligt war. Das Außergewöhnliche an der Wilfa Precision ist zunächst ihr Aussehen. Nordisches Design ist in diesem Zusammenhang ein viel bemühter Begriff. Nennen wir es schlicht und reduziert mit konsequenter Formgebung. Sie besteht bis auf notwendige Kunststoffelemente aus gebürstetem Aluminium, was ihr eine edle Anmutung verschafft. Die Faszination bekommt erste Kratzer, sobald man die Maschine auspackt und aufbaut. Der Papierfilterhalter, den man oberhalb der Kanne in den großen Bügel schiebt, hat einen Deckel, der beim Hineinschieben nicht richtig hält, weil er nicht einrastet, sondern nur locker oben aufliegt. Deswegen haben wir ihn nach ein paar Brühvorgängen weggelassen, weil wir eh schauen wollten, wie die Maschine Kaffee brüht.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Dettweiler, Marco
Marco Dettweiler
Redakteur in der Wirtschaft.
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