FAZ plus ArtikelSanierung Flughafen Leipzig

Krebs unterm Triebwerk

Von Holger Appel
17.06.2021
, 10:17
Schweres Gerät: 47 Tonnen wiegt die Fräse.
Am Flughafen Leipzig/Halle zerbröselt eine Landebahn. Diagnose: Betonkrebs. Das ist gefährlich. Jetzt wird gefräst und betoniert.

Flugzeugtriebwerke sind hart im Nehmen. Sie laufen fast rund um die Uhr, viele tausend Stunden lang. Vier Jahre hängen sie an der Tragfläche, bis eine umfassende Revision notwendig wird. Außer, es geschieht Unerquickliches. Eindringende Objekte etwa, die mögen sie nicht. Vögel. Auf dem Boden liegende Teile, die von zuvor abfliegenden Flugzeugen verloren wurden. Oder Asphaltstücke der Startbahn, losgefressen von Betonkrebs.

Moderne Triebwerke sind groß im Durchmesser, Menschen können darin aufrecht stehen. Die Motoren hängen in ihren mächtigen Gondeln dicht über der Bahn und saugen vor allem unter Volllast während des Starts alles ein, was ihnen in den Weg kommt. Also am besten nichts außer Luft. Die Bahnen werden deshalb regelmäßig gereinigt und inspiziert, in festgelegten Abständen fährt ein Fahrzeug zur Sichtkontrolle die Strecke ab. In der Entwicklung werden die laufenden Triebwerke mit toten Vögeln beschossen oder mit einem vom DLR erdachten bis zu 3,6 Kilogramm schweren Vogeldummy.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Appel, Frank-Holger (hap.)
Holger Appel
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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