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Flughafen Hochbahn

Fraport gibt Gummi

Von Peter Thomas
 - 16:36

Eine 5,6 Kilometer lange, zweispurige Metro-Strecke wird das künftige Terminal 3 des Frankfurter Flughafens mit den beiden bestehenden Terminals und dem Flughafenbahnhof verbinden. Flughafenbetreiber Fraport gab in der vergangenen Woche bekannt, dass dazu nicht die bestehende Skyline-Bahn von Bombardier erweitert wird, sondern der Airval genannte Zug von Siemens auf einer eigens dafür neu gebauten Strecke zum Einsatz kommen soll.

Die Abkürzung Val steht für das französische „Véhicule automatique léger“ und beschreibt einen vollautomatisch verkehrenden Triebzug, der auf Gummireifen fährt. Verwirklicht wird das Projekt in Frankfurt von einem Konsortium, dem neben Bahnhersteller Siemens auch das Bauunternehmen Max Bögl und der Eisenbahnbetreiber Keolis, die eine Tochtergesellschaft der französischen SNCF ist, angehören.

In Frankfurt sollen von dem Jahr 2023 an zwölf zweiteilige Triebwagen vom Typ Airval das neue Terminal mit den bestehenden Flughafengebäuden verbinden. Es gibt dann drei Stationen: Zwischen dem Terminal 1 und dem Fernbahnhof, am Terminal 2 (dort mit Umsteigemöglichkeit in die Skyline-Bahn) und am neuen Terminal 3. Die Trasse wird über eine Länge von 3450 Metern und damit zum größten Teil als aufgeständerte Hochbahn ausgeführt. Nur der östlich an Center- und Südbahn vorbei und parallel zur Autobahn A 5 führende Abschnitt wird bodengleich verlaufen. Die Werkstatt für den Airval soll östlich des Terminals 2 am Ende der Skyline-Bahn entstehen.

Die Val-Technik geht auf eine Entwicklung des französischen Konzerns Matra in den 1980er Jahren zurück. Der von Siemens in Toulouse entwickelte und auf den Einsatz als Transportmittel auf Flughäfen als Passagier-Transport-System, PTS, zugeschnittene Airval wurde 2009 in Wien erstmals präsentiert. Für den Einsatz als klassische Metro hat Siemens zudem den Cityval entwickelt. Bislang haben beispielsweise die Airports Paris-Charles-de-Gaulle und Paris-Orly sowie Chicago-O’Hare den Airval eingeführt. Der Auftrag aus Frankfurt sei 2018 bereits die zweite Order für die Flughafen-Metro, heißt es von Siemens.

Von einer herkömmlichen Straßen- oder U-Bahn unterscheidet sich der Val insbesondere durch seine großen Gummiräder, mit denen er auf einer betonierten Rollfläche fährt. Zwar sind auch Stahlschienen auf der Trasse montiert. Diese dienen aber nur der Spurführung des bis zu 80 km/h schnellen Fahrzeugs. Ein auf Reifen fahrender Zug mag für einige Nutzer zunächst ungewöhnlich scheinen. Doch diese Antriebstechnik ist in der Großserie bewährt, in Paris begannen Tests gummibereifter Metros bereits im Jahr 1952.

In Frankfurt am Main sollen die Züge der neuen Flughafen-Bahn von 2023 an im Zwei-Minuten-Takt verkehren. Die Fahrzeit von Terminal 1 bis Terminal 3 beträgt acht Minuten. Kontrolliert wird der Betrieb vollautomatisch über eine funkbasierte Zugsteuerung von Siemens. In Stoßzeiten wird die Bahn nach den derzeitigen Planungen eine Kapazität von bis zu 4000 Personen je Stunde und Strecke erreichen.

Es gibt unterschiedliche Bereiche für die einzelnen Fahrgastgruppen in den Zügen, erklärt Flughafenbetreiber Fraport. Öffentlich zugängliche Abteile sind für Passagiere gedacht, die von Frankfurt abfliegen, hier ankommen oder zwischen zwei Flügen im Schengen-Raum umsteigen. Auch Besucher des Flughafens, Beschäftige und Einkaufskunden können diese Abteile nutzen. Davon getrennt wird es eigene Bereiche für Umsteiger außerhalb des Schengen-Raums geben.

Die elektrischen Airval-Züge fahren mit 750 Volt Gleichstrom, den sie aus einer seitlich angebrachten Stromschiene beziehen. Im Monat werden die Garnituren am Frankfurter Flughafen etwa 200 000 Kilometer zurücklegen. Siemens übernimmt zunächst für fünf Jahre den Betrieb und die Wartung der vollautomatischen Bahn.

Quelle: F.A.Z.
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