Gaming-Stuhl im Test

Kühl für heiße Spiele

Von Michael Spehr
21.02.2021
, 12:15
Wer Computerspiele ernst nimmt, will dabei vernünftig sitzen. Das gilt für E-Sportler, wie für ambitionierte Hobbygamer. Zu diesem Zweck haben sich Logitech und der Möbelhersteller Herman Miller nun zusammengetan.

Computerspieler, die ihr Hobby besonders ambitioniert betreiben und vielleicht als E-Sportler an Wettbewerben teilnehmen, benötigen für die Trainings eine besondere Ausrüstung. Für sie gibt es eigene Tastaturen, Computermäuse, Headsets und Gamepads, die für eine dauerhaft starke Belastung ausgelegt sind. Einige Hersteller bieten Gaming-Stühle an, die optisch häufig an den Fahrersitz eines Rennwagens erinnern. Ikea präsentierte gar vor zwei Jahren einen Gaming-Hocker namens Ubik, für den Körper und Sitzhaltung des Kunden ausgemessen wurden.

Nun haben sich Logitech, Spezialist für PC- und Konsolen-Zubehör, und Herman Miller, ein traditionsreicher amerikanischer Möbelhersteller, zusammengeschlossen und bringen den „Embody Gaming Chair“ auf den Markt. Er basiert auf dem Bürostuhl „Embody Chair“ von Herman Miller, wurde aber an die Bedürfnisse von Spielern angepasst. Zwei Jahre lang haben beide Unternehmen E-Sport-Profis beobachtet und nach ihren Wünschen befragt. Dabei hätten Herman Miller und Logitech festgestellt, dass viele Spieler eine ungesunde Körperhaltung während ihren Tätigkeiten einnehmen, und so soll dieser neue Stuhl die Anforderungen der Aktiven besser erfüllen.

Beim Auspacken fällt sofort auf, dass Kopf- und Nackenstütze fehlen. Mit hellblauen Farbakzenten für einige Bedienelemente unterscheidet sich dieses Modell von einem herkömmlichen Bürostuhl. Markant ist die Rückseite strukturiert: Die Stofflehne wird von einem wabenförmigen Konstrukt gehalten. Über einer blauen Plastikschicht mit Aussparungen sind auf der gesamten Fläche dunkle Kunststoffelemente als Punkthalterungen verteilt. Mit diesen 150 elastischen Halterungen verteile sich das Körpergewicht gleichmäßig, heißt es vom Hersteller, es werde der Druck auf Wirbelsäule und Becken verringert und die Haltung des Spielers auf diese Weise verbessert.

Nach unserer subjektiven Wahrnehmung unterscheidet sich die Lehne nur optisch von derjenigen anderer Bürostühle, sie gibt bei Körperbewegungen flexibel einige Zentimeter nach. Der maximale Neigewinkel lässt sich einstellen. Auch der Aussage, dass ein Kühlschaum mit kupferhaltigen Partikeln auf der Sitzoberfläche einem Hitzestau während längerem Sitzen entgegenwirke, lässt sich nicht ohne Weiteres zustimmen.

Nach vorn kann man eine Oberschenkelauflage mechanisch herausziehen, um auch größeren Menschen eine bequeme Sitzposition zu ermöglichen. Je höher man die seitlichen Armauflagen heraus schiebt, umso enger schmiegen sie sich an den Körper an, weil sie nicht gerade, sondern konkav hochfahren.

Der Embody Gaming Chair aus Kunststoff und Metall wirkt gut verarbeitet und kommt einsatzbereit in einem riesigen Karton ins Haus. Er kostet 1300 Euro, der Hersteller gewährt eine Garantie von zwölf Jahren. Ein dazu passender Gaming-Schreibtisch wird ebenfalls mit zwölf Jahren Garantie zu einem Preis von 1125 Euro angeboten.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Spehr, Michael (misp.)
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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