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Akku-Gestrüppschneider im Test

Zwergenkettensäge

Von Lukas Weber
 - 18:16
Handlicher Gestrüppschneider von Stihl, der Lithium-Akku steckt im Griff.

Weil so viele kluge Menschen sich seit je Gedanken darüber machen, wie sich Holz mit Werkzeug zerteilen lässt, sollte man meinen, es sei schon alles erfunden, was es zu erfinden geben könnte. Und dann kommt Stihl, im Werk Waiblingen hat man Erfahrung mit dem Thema, und wirft etwas ganz Neues auf den Markt. Oder jedenfalls fast neu, denn das Prinzip – eine umlaufende Kette mit Zähnen dran – ist uralt. Was es bisher aber nicht gab, ist eine handliche Miniatur-Kettensäge mit Pistolengriff, vom zarten Bosch-Sägeblatt Easy Cut wollen wir einmal absehen, das ersetzt eher die Stichsäge und spielt in einer anderen Liga.

Der neue Gestrüppschneider GTA 26 von Stihl ist für harten Einsatz vorgesehen. Er ähnelt einem Hochentaster und hat auch dessen schmale Kette (1/4-Teilung mit 1,1 mm Treibgliedstärke), nur ist die Schiene mit 10 Zentimeter etwas kürzer. Außerdem fehlt der Stiel, so dass wir den GTA vielleicht als Niedrigentaster eingruppieren möchten. Das Sägelchen wiegt samt Lithium-Akku (10,8 V und 28 Wh) nur 1,45 Kilo und wird mit einer Tragetasche aus Nylon geliefert, in der auch ein kleine Tropfflasche mit Öl steckt. Die ist dringend notwendig, denn der GTA 26 hat keine automatische Kettenschmierung, spätestens wenn der Akku leer ist, muss der Anwender deshalb den Ölspender bemühen. Das mutet archaisch an, macht sich in der Praxis aber nicht störend bemerkbar. Denn was fehlt, kann auch nicht kaputtgehen, und ob vergessen wird, den Tank nachzufüllen oder die Kette direkt zu schmieren, ist jener egal.

Simpel ist auch der Kettenspanner: Es gibt keinen. Stattdessen wird die zentrale Flügelmutter am Kettenraddeckel etwas gelöst, was ohne Werkzeug möglich ist, und die Schiene mit der Hand bis zur gewünschten Spannung geruckelt, eine Nase im Innern sorgt dafür, dass sie am Platz bleibt. Dann wird die Schraube wieder festgezogen. Die Methode funktioniert mit dieser kleinen Schiene problemlos. Eine Kette mit wenig Zähnen wird freilich schneller stumpf als eine mit vielen, in diesem Fall sind es nur 28. Andererseits ist der GTA nicht dafür vorgesehen, den Holzvorrat für den Winter zu sägen, und wer es beherrscht, kann die Zähne mit der Rundfeile selbst schärfen. Eine zweite Kette ist für wenige Euro zu haben und grundsätzlich zu empfehlen.

Das gilt auch für den Akku, jedenfalls dann, wenn der GTA etwa in der Baumpflege im Dauereinsatz ist. Stihl verspricht 80 Schnitte in Rundholz mit 4 Zentimeter Durchmesser, das kommt etwa hin, der Ladezustand lässt sich leicht auf Knopfdruck an vier LED ablesen, die an der Seite des Geräts angebracht sind. Der kleine Akku braucht rund eine Stunde, bis er wieder voll ist, in der Zeit ist – je nach Arbeitsintensität – der andere leer, und es bleibt noch Zeit für eine Zigarette.

Damit wären wir beim Arbeiten selbst. Zugegeben, wer Motorsägen gewohnt ist, sieht die Westentaschenausgabe erst einmal mit Skepsis. Der GTA startet mit einem unaufdringlichen Surren, der Sicherungshebel lässt sich mit dem Daumen der rechten oder linken Hand leicht betätigen. Die Kettengeschwindigkeit ist mit acht Meter in der Sekunde im Vergleich zu einer Akku-Kettensäge gering, trotzdem ist der Arbeitsfortschritt recht zügig. Für eine Latte aus Fichtenholz 23 × 48 mm brauchten wir 1,5 Sekunden, frische Buche mit knapp 8 cm Durchmesser ist in rund zehn Sekunden abgeschnitten. Wer dabei zu viel Druck ausübt, wird mit einem sofort stoppenden Motor bestraft, man lernt aber rasch, den GTA auf Drehzahl zu halten. Die Rechte packt den Pistolengriff, die Linke den Knubbel, unter dem sich der Motor verbirgt. Nicht im Sinne des Erfinders, aber problemlos möglich und in vielen Fälle zweckdienlich, ist das Arbeiten mit einer Hand.

Wir haben mit dem GTA Latten und Bretter gekürzt, zu groß geratene Brennholzscheite gestutzt und Äste von Bäumen abgeschnitten. Eine exakt plane Führung zum Stamm verhindert die Kettenabdeckung oberhalb der Schiene. Sie soll eine abgerutschte Hand davor bewahren, in die Kette zu greifen, was natürlich sinnvoll ist, und wird nur durch eine sanfte Feder nach unten gedrückt.

Der GTA 26 ist seit kurzem im Handel, er kostet nach Liste 109 Euro, mit Ladegerät und Akku sind es 149. Er ist gerade recht für den raschen Schnitt, wenn man nicht gleich zur Motorsäge greifen möchte, und taugt zur Gehölz- und Baumpflege. Der Akku samt Ladegerät passt auch zur Strauchschere HSA 26, das System soll zum kleinen Gartengerätestandard jenseits der 36-Volt-Angebote ausgebaut werden. Schade: Zur alten HSA 25 mit 10,8 Volt passt der Akku nicht.

Quelle: F.A.Z.
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Lukas Weber
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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