FAZ plus ArtikelBegehrte Moleküle aus Bosbüll

Die Wasserstoffernte hat begonnen

Von Anna-Lena Niemann
27.07.2021
, 11:07
Auf dem Areal der Bosbüller Wasserstoff-Farm produzieren zwei Elektrolyseure 100 Kilogramm Wasserstoff pro Tag.
Alle wollen ihn, Nordfriesland hat ihn: Hoch im Norden lotet das Projekt eFarm aus, wie eine ganze Region von grünem Wasserstoff profitieren kann.

Als Champagner der Energiewende muss sich Wasserstoff oft betiteln lassen. Wer die Metapher zuerst auf die immer metapherngierige Medienlandschaft losgelassen hat, ist nicht bekannt und am Ende auch egal. Das Bild ist in der Welt. Begehrt, fein, edel, das sind die Attribute, die an ihm kleben. Genau wie teuer, rar, elitär.

Ove Petersen bemüht ein anderes Bild. Wasserstoff tanken? „Das ist so, als würde man das erste Mal selbst gebackenes Brot aus seinem eigenen Getreide aus dem Ofen holen.“ Mit einem Becher Tee in der Hand steigt Petersen aus seinem elektrischen Sportwagen und steht am Rande eines Windparks. Er grenzt an das 200-Seelen-Dorf Bosbüll und gehört zu den ersten Windparks in Nordfriesland. Ein Produkt der Neunziger und eines, an dem die Bürger mitverdienen konnten. Petersen findet: „Ein historischer Ort.“ Die Windparks sind es aber nicht allein. Zwischen Marschland und Knicks schießen neue Umspannwerke empor, Stromleitungen kreuzen die Landstraßen, Biogasanlagen blähen ihre Dächer auf, Solaranlagen liegen aufgestelzt über den Äckern. Wer nach Bosbüll fährt, durchquert eine Landschaft, in der die Energiewende auf jedem Kilometer zu sehen ist.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Niemann, Anna-Lena
Anna-Lena Niemann
Redakteurin in der Wirtschaft.
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