Handrasenmäher im Test

Sport an der Spindel

Von Holger Appel
16.08.2020
, 12:15
Was ist der passende Rasenmäher für einen Stadtgarten? Als König der Mäher gilt der Spindelmäher. Wie wäre es also mal mit ehrlicher Handarbeit mit einem Produkt von Einhell?

An der Frage des passenden Rasenmähers lässt sich verzweifeln. Große Flächen rufen nach Benzinantrieb, womöglich als Modell mit Aufsitz, so weit simpel. Aber der Stadtgarten? Die praktischste Lösung sind Mähroboter, die freilich aufwendig installiert werden müssen und, wie immer, wenn Elektrik im Spiel ist, schon mal herumzicken. Man denke an Softwareupdates oder defekte Führungskabel. Bliebe der Elektromäher, in seiner klassischen Ausführung mit Kabel, das immer im Weg ist. Oder in junger Form mit Akku, was eine Systementscheidung und die Überweisung höherer Beträge erfordert.

Wie wäre es also mit ehrlicher Handarbeit am Spindelmäher? Der gilt zudem als König der Mäher, da er die Halme mit waagerecht rotierenden, in sich gebogenen Klingen kupiert. Den präzisen Schnitt lieben nicht nur Golfspieler.

Einhell etwa führt solch ein Gerät unter der Bezeichnung GE-HM 38 S, es ist mit und ohne Fangkorb erhältlich und kostet ab 80 Euro. Sein Griff muss nach Entnahme aus dem Karton zusammengebaut werden, was flink gelingt. Allerdings verkratzen die dünn lackierten Teile, obwohl schützend verhüllt, rasch. Der Funktion des Mähers tut das natürlich keinen Abbruch. Die Schneidetechnik wird als leise und kraftsparend beschrieben.

Letzteres stimmt, solange die Messer scharf sind. Leise stimmt auch, aber nicht so leise, als dass man das am Sonntag dem Nachbarn zumuten könnte. Die kugelgelagerte Mähspindel hat fünf Stahlmesser, die Schnitthöhe lässt sich vierstufig verstellen. Dank großer Räder rollt der Mäher mühelos und schonend über den Rasen, auch kleine Anstiege gelingen, ohne den Rücken überzustrapazieren. Er schneidet allerdings nur in Vorwärtsbewegung und wegen der breiten Räder nicht bis ganz an den Rand. Und das Gras darf nie zu hoch werden, aufragende Halme bleiben stehen. Der Rest oder das, was der heiße Sommer übrig gelassen hat, präsentiert sich sauber zugeschnitten. Der Hersteller empfiehlt den Mäher für Flächen bis 250 Quadratmeter, das finden wir sportlich.

Wer elektrische Beihilfe bevorzugt, kann zur Variante mit Akku-Antrieb greifen, die heißt GE-HM 18/38 Li und rotiert ihre Messer, egal, in welche Richtung Mann oder Frau schiebt. Die Ausstattung ist konstruktiv wie schneidend ansonsten identisch, und so finden wir es fast ein wenig feige, auf den Elektromotor auszuweichen. 140 Euro kostet der leise zu Werke gehende Mäher, zuzüglich mindestens 80 Euro für Akku und Ladegerät. Platzsparend an der Wand parken beide.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Appel, Frank-Holger (hap.)
Holger Appel
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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