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Bluetooth-Lautsprecher im Test

Ja, du hast fertig

Von Wolfgang Tunze
 - 16:41

Ja, haben sie sich denn alle verabredet? Wie auf ein geheimes Kommando hin präsentiert derzeit ein Hersteller nach dem anderen kleine Funklautsprecher, die mit ihren eingebauten Mikrofonen auf gesprochene Bedienbefehle warten. Kein Wunder allerdings: Die Spezialisten für Spracherkennungssysteme, allen voran Amazon und Google, wurden in den vergangenen Monaten nicht müde, die Audio-Brache mit dem nötigen Knowhow und den passenden Chipsätzen zu versorgen.

Die jüngsten Resultate solcher Kooperationen stammen, nachdem Sony mit seinem Modell LF-S50G bereits vorgeprescht ist, von weiteren großen Marken der Zunft: Panasonic tritt mit seinem Lautsprecher SC-GA10 an, JBL bringt in diesen Tagen den Link 20 als erstes Modell einer dreiköpfigen Lautsprecherfamilie in die Läden. Beide arbeiten mit dem Sprachassistenten von Google, beide lassen sich nicht nur über W-Lan, sondern auch über Bluetooth-Funk und über das Google-Übertragungsprotokoll Chromecast ansteuern, und es gibt noch weitere Gemeinsamkeiten: Spotify, Google Play Music, Deezer und das Internet-Radioportal Tunein bieten sich als Streaming-Quellen an, über Mini-Klinkenbuchsen können mobile Abspielgeräte auch analoge Töne beisteuern.

Für unterschiedliche Umgebungen geeignet

Doch schon das Äußere der beiden Geräte zeigt auch Unterschiede. Der deutlich größere, kantige Kubus von Panasonic, Preis um 260 Euro, schmückt sich mit einem Sockel aus matt glänzendem Aluminium und einer Stoffbespannung in weißer oder schwarzer Farbe. Die gediegene Wohnumgebung ist offenkundig sein Biotop – nicht unbedingt die staubige Hobby-Werkstatt oder die Veranda. Anders der Rundling von JBL (um 200 Euro). Er zitiert mit seiner Form ein ganzes JBL-Sortiment an Outdoor-Funklautsprechern, und das nicht ohne Grund: Der Link 20 schützt sich mit Dichtungen und einem robusten Rundum-Grill vor Spritzwasser und Regen, und ein eingebauter Akku nimmt für den Betrieb an der frischen Luft die nötigen Energiereserven mit. Zehn Stunden Durchhaltevermögen verspricht der Hersteller.

Unterschiedlich fallen auch die Bedienelemente an den Geräten aus: Der Link20 versteckt unter einer schützenden Gummihaut auf seinem Oberdeck mechanische Kurzhub-Tasten für Musikstart und Pause, Lautstärke und Bluetooth. Eine große Taste in der Mitte versetzt Google in den Lauschmodus und ersetzt somit das gesprochene Code-Wort „Ok Google“. Eine andere Taste auf der Rückseite des Lautsprecher-Korpus schaltet bei Bedarf die beiden eingebauten Mikrofone ab. Der Panasonic-Lautsprecher bietet eine Touch-Oberfläche zur manuellen Steuerung an, welche die Musikstücke startet, die Lautstärke justiert, zwischen Musikquellen wechselt, Bluetooth aktiviert und die Mikrofone abschaltet.

Mehrere Lautsprecher lassen sich koppeln

Bevor die beiden Lautsprecher so richtig loslegen können, müssen sie über W-Lan ins Heimnetz. Den Verbindungsaufbau übernimmt die App Google Home auf einem Smartphone oder einem Tablet. Wir hatten sie schon installiert – und konnten die beiden Probanden deshalb mit nur wenigen Handgriffen flottmachen: Die Software erkennt neue, noch nicht angemeldete Lautsprecher, verrät ihnen automatisch die Zugangsdaten zum Router und lädt den Benutzer ein, den Lautsprecher-Einsatzort als neuen Namen zu verwenden, etwa „Büro“ oder „Diele“.

So lassen sich mehrere Google-Lautsprecher zu einem Multi-Raumsystem koppeln, entweder, um an jedem Standort unterschiedliche Musik zu spielen, oder um synchron eine Party zu beschallen. Nur eines klappt bisher noch nicht: der Stereobetrieb von zwei gleichen Exemplaren. JBL hat für Anfang 2018 ein Software-Update angekündigt, das die zweikanalige Wiedergabe unterstützen soll. Panasonic hat sich dazu noch nicht geäußert, doch anzunehmen ist, dass Google diese Option für alle Geräte anbieten wird. Dass die App in den Einrichtungsdialogen gelegentlich lustige Rückmeldungen gibt, sehen wir ihr nach und freuen uns zum Beispiel über ein „Ja, du hast fertig“ im Geiste des großen Trapattoni.

Übungsrunden für Mensch und Maschine

Wer von der Sprachsteuerung Dialogwunder erwartet, wird anfangs immer mal wieder enttäuscht: Bis zum Beispiel alle akustischen Wünsche an die virtuelle Einkaufsliste richtig verstanden werden, brauchen Mensch und Maschine einige Übungsrunden. Unseren Wunsch nach Tunein-Radiosendern etwa hat der Google-Assistent anfangs notorisch missverstanden und irgendwelche Stationen ausgesucht, die „in your country not available“, also in Deutschland nicht zu empfangen sind. Aber dann klappte es auf einmal doch mit hiesigen Programmen. War ein Lerneffekt im Spiel? Wer weiß schon, was so alles in der Cloud passiert.

Aber wie steht es nun mit dem Klang der Neulinge? Zum Vergleich haben wir auch noch einmal den Sony LF-S50 hinzugezogen (Technik und Motor vom 28. November), der uns mit seiner eher hellen Abstimmung und seiner verfärbungsfreien Wiedergabe gut gefallen hatte, der allerdings ein bisschen mehr Basskraft hätte vertragen können. In dieser Hinsicht hat der Quader von Panasonic mehr zu bieten: Er spielt, gemessen an seiner Größe, mit beachtlichem Volumen und Tiefgang, was seinen eher warmen, angenehmen Klangcharakter unterstreicht. Höhen dosiert er allerdings etwas zurückhaltend, was umso stärker auffällt, wenn der Lautsprecher nicht in Ohrhöhe steht: Vertikale Bündelungseffekte machen sich dann bemerkbar.

Das Klangbild des JBL schließlich ist stärker mittenbetont, nicht so frisch wie der Sony-Auftritt und nicht so voluminös wie der des Panasonic. Somit tönt er etwas unauffälliger, doch auch dieser Google-Zögling dürfte Freunde finden: Zum einen unterbietet der die beiden Konkurrenzmodelle im Preis, zum anderen ist er der Einzige, der weder Stromausfall noch Wind und Wetter fürchten muss.

Quelle: F.A.Z.
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