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Wenn Wellen zu Strom werden

Von Anna-Lena Niemann
14.05.2021
, 15:10
Eine Strömungsturbine wird für das Projekt MeyGen vor der schottischen Küste ins Meer gelassen und installiert.
Das Meer ist ein unerschöpflicher Energielieferant. Aus Gezeiten, Strömungen und Wellen Strom zu gewinnen wurde oft versucht. Der echte Durchbruch lässt aber auf sich warten.

Die Orte, in denen man auf Yell sein Auto volltanken kann, lassen sich an einer Hand abzählen: Ulsta, Aywick, Cullivoe. Für die knapp 1000 Einwohner des Eilands im schottischen Norden hat das bisher gereicht. Die Zeit steht aber auch an diesem rauen Fleckchen nicht still. In zehn Jahren wird es in Schottland keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr zu kaufen geben. Und so werden die alten Tankstellen deshalb zwar nicht obsolet, brauchen aber dringend elektrische Verstärkung. Im März ist sie gekommen, und dass die Ladesäule direkt an der Bucht des Fischerorts Cullivoe steht, ist kein Zufall. Sie bekommt ihren Strom, ganz buchstäblich, aus der Nordsee. Unweit steht eine Turbine auf dem Meeresgrund, die vom Hin und Her der Gezeiten angetrieben wird. Das ist eine Premiere auf Yell. Und hundert Prozent Meeresenergie fürs Elektroauto – das ist auch weltweit noch einzigartig.

Die Meere, die mehr als 70 Prozent des Planeten bedecken, sind eigentlich ein unerschöpflicher Quell von Energie. Wind treibt Wellen über Tausende Kilometer vor sich her, Mond und Sonne bewegen unvorstellbare Wassermassen, Temperaturunterschiede halten die Weltmeere in stetigem Strom. Diese Bewegungsenergie versuchen Menschen nicht erst jetzt zu nutzen, da sie Elektroautos und Wärmepumpen mit grünem Strom versorgen wollen.

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Autorenporträt / Niemann, Anna-Lena
Anna-Lena Niemann
Redakteurin in der Wirtschaft.
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