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Neuigkeiten von der IFA

Gruß aus der Küche

Von Marco Dettweiler
 - 15:07
Dürfte einem Konkurrenten nicht so gut gefallen: der Cookit von Boschzur Bildergalerie

Wer sich eine neue Küche einrichtet, kann es sich leichtmachen und auf einen einzigen Hersteller setzen. Mit Geräten von Miele, Bosch, Siemens, AEG und anderen lässt sich die Küche qualitativ hochwertig ausstatten. Weil die Anbieter um das hohe Niveau der Konkurrenz wissen, wollen sie die Kunden an sich binden, indem sie die eigenen Geräte miteinander vernetzen, das Smartphone wird zur Kommunikationszentrale.

Connect, connect, immer ist alles connected. Wie wäre es mal damit: Vergessen Sie connect! In der Küche sind andere Qualitäten wichtig.

So entdeckt man auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin zum Beispiel immer wieder diese riesigen Kühlschränke mit zwei Türen nebeneinander, Side-by-Side genannt. Die gibt es mittlerweile von einigen Herstellern. LG hat früh damit angefangen und mittlerweile in Deutschland die Marktführerschaft übernommen.

Side-by-Side-Kühlschrank von LG

Die Spitzenmodelle nähern sich schon mal der 4000-Euro-Grenze. An Ideen mangelt es den Koreanern nicht. Mit Instaview können Hungrige und Durstige schon seit einigen Jahren in LG-Kühlschränke schauen, ohne sie zu öffnen. Man klopft zweimal an die Scheiben, dann geht innen das Licht an. Dazu passt Door-in-Door. Hat man sein Bier im vordersten Fach plaziert, öffnet man einfach die Tür, die vor der eigentlichen Kühlschranktür sitzt, und holt es heraus. Dadurch entweicht nur in diesem Zwischenraum die Kälte.

Üblicherweise sind Side-by-Side-Geräte so aufgebaut, dass auf einer Seite Lebensmittel gekühlt und dieselben auf der anderen eingefroren werden. Das hat den Nachteil, dass sich bücken muss, wer nach dem Salat im untersten Fach greift. LG hat nun auch eine French-Door-Lösung im Angebot. Dabei verteilt sich Kühlen und Gefrieren nicht mehr auf links und rechts, sondern auf oben und unten. Das sieht nach einer rückenschonenden Aufteilung aus, da der Griff zum Tiefgefrorenen seltener ist als der Griff zum Gekühlten.

Multifunktionsmaschine Cookit von Bosch

Soll mit den Lebensmitteln aus dem Kühlschrank gekocht werden, ist Bosch zur Stelle. Nicht nur mit Kochfeldern, Backöfen und Herden, die seit vielen Jahren zum Standardsortiment gehören, sondern Anfang des nächsten Jahres auch mit einer Küchenmaschine mit Kochfunktion. Der Preis steht noch nicht fest, wird aber wohl jenseits der 1000 Euro liegen. Der Cookit erinnert stark an den Thermomix von Vorwerk oder Prep & Cook von Krups, also an all jene Maschinen, die einen Topf haben, in dem geschnippelt, gewogen, gekocht, gerührt und gebraten wird. Fünf Jahre hat Bosch gebraucht, bis sie ihn als „Weltneuheit“ auf der IFA vorstellen konnten. Das war genügend Zeit, um ein paar exklusive Funktionen zu entwickeln.

So soll der Cookit als einziges Gerät am Markt das Bratgut bis 200 Grad erhitzen können. Bosch verspricht, dass vier Rinderfilets in den Topf mit siebzehn Zentimeter Durchmesser passen. Er kann übrigens nicht nur hoch-, sondern auch konstant einheizen. Auf ein Grad genau in dem Bereich zwischen 37 und 200 Grad Celsius halte der Cookit die Temperatur, wird versprochen. Damit lässt sich das Fleisch vor dem Anbraten mit der Sous-vide-Methode garen. Und der Cookit ist natürlich auch connected mit der Home-Connect-App von Bosch. Wir halten das für Unfug und empfehlen die Bedienung über das übersichtliche Menü am Gerät selbst.

Dunstabzugshaube Aura von Miele

Wem Multifunktionskochmaschinen suspekt sind und wer lieber mit Töpfen und Pfannen auf dem Kochfeld hantiert, braucht meist eine Dunstabzugshaube. Die kann zwischen den Kochfeldern sitzen, an der Wand befestigt sein oder von der Decke hängen, wenn in der Küche genügend Platz für eine Kochinsel ist. Eine auffällige und multifunktionale Lösung für die letztgenannte Gattung kommt von Miele. Die Aura 4.0 Ambient, deren Preis noch nicht feststeht, hängt über dem Kochfeld, um zunächst feuchte und fettige Luft aufzunehmen, diese zu filtern und wieder herauszulassen. Im Unterschied zu anderen Umluftsystemen speichert die Aura die feuchte Luft in einem Filter und gibt sie erst später an die Raumluft ab. Wird gerade nicht gekocht, wandelt sich das Gerät zur Leuchte mit verschiedenen Farben, die in bestimmten Zeitintervallen wechseln können.

Wie stellt der Nutzer das ein? Indem er sich mit dem Smartphone connected. Flucht zwecklos, es geht nicht anders. Und die Aura kann noch etwas, nämlich duften. In der Haube ist Platz für drei unterschiedliche Flakons mit Duftessenz. Ein Lüfter pustet Summergarden, Frenchbakery und Mintyfields in die Luft. Dabei werden auch Moleküle eliminiert, die gerade schlechten Geruch verbreiten. Wir haben mal Probe geschnuppert. An den Summergarden mit Orangenblüte und Jasmin könnten wir uns ebenso gewöhnen wie an Minze mit Eukalyptus. Liegt Frenchbakery in der Luft, meldet der Magen Hunger. Denn dann riecht es nach frischem Gebäck und Croissants.

Geschirrspüler von AEG

Wo gekocht wird, muss gespült werden. Doch auch in der Gattung Geschirrspülmaschinen fällt es den Herstellern immer schwerer, sich von Mitbewerbern abzusetzen. Vielleicht mit Connect? Das hat jetzt auch AEG, die etwas spät dran sind, aber offenbar dem Trend folgen müssen. Viel spannender an den Maschinen von AEG ist der Comfortlift, den es schon etwas länger gibt und der sich mehr und mehr etabliert. Dabei zieht man den Unterkorb mit Schwung heraus, woraufhin er sich nach oben bewegt und vor den oberen Korb setzt. Der Rücken wird es AEG danken.

Für Menschen mit wenig Zeit oder zumindest mit genauer Taktung bieten die neuen Geschirrspüler Quickselect an. Dabei wird nicht wie üblich das Programm nach Gradzahl gewählt, sondern man sagt der Maschine, wie viel Zeit man hat. Einfach den Finger auf einen digitalen Schieberegler legen, und der kleine Bildschirm gibt die Dauer in Minuten an. Die Maschine regelt den Rest, indem sie die entsprechenden Parameter so einstellt, dass sie rechtzeitig fertig wird. Je nach Ausstattung überschreitet der Preis die 1000-Euro-Grenze.

Halbautomatischer Siebträger von De Longhi

Während der Side-by-Side-Kühlschrank die Eiswürfel für den Longdrink herstellt, der Cookit den Hefeteig mit leichter Wärme gehen lässt, die Aura die letzten Geruchsmoleküle mit Orangenblütenduft vertreibt und die Spülmaschine das Geschirr pünktlich sauber macht, bleibt genügend Zeit für einen Espresso. Der läuft dieses Mal nicht aus einer Kapselmaschine oder einem Vollautomaten, sondern aus einer halbautomatischen Siebträgermaschine von De Longhi.

Das Modell „La Specialista“ übernimmt eine wichtige Arbeit des Baristas, wo sich viel falsch machen lässt. Wird das Mehl der gemahlenen Bohnen mit dem Tamper, also dem Stempel für das Sieb, festgedrückt, sollte der Druck das Mehl gleichmäßig und weder zu locker noch zu fest andrücken. Entweder man trainiert diese Handbewegung oder überlässt das Tampern zum Beispiel der La Specialista, indem ein Hebel von oben nach unten bewegt wird, während der Siebträger noch in der Halterung der Mühle hängt. Ansonsten entspricht das Modell von De Longhi einer Siebträgermaschine, die über eine Lanze ganz klassisch Milch aufschäumt. La Specialista kostet 800 Euro.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Dettweiler, Marco
Marco Dettweiler
Redakteur in der Wirtschaft.
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