Triumvirad

Text und Fotos von ALAN KLEE

2. November 2020 · Rennradfahren muss nicht unbequem sein. Drei Kandidaten der Karbon-Endurance-Klasse um 2500 Euro treten an, das zu beweisen.

Endurance-Rennrädern muss man nicht zwingend auf der namensgebenden Langstrecke gerecht werden. Sie sind zwar genau dafür prädestiniert und gelten als komfortable Vertreter der Schmalreifen-Velos, ohne es an Sportlichkeit mangeln zu lassen. Also auch genau richtig für sportliche Tourenfahrer oder jene, die neu in der Straßensport-Materie sind.

Prämisse bei der Auswahl für unseren Vergleich waren: Karbonrahmen und -gabel, Scheibenbremsen und die beschriebene Endurance-Ausrichtung. Obendrein sollte das Preis-Leistungs-Verhältnis ausgereizt werden, was zu heimischen Herstellern mit Direktvertrieb führt, namentlich Canyon, Radon und Rose. Der angedachte 2500-Euro-Preisdeckel ermöglicht hochwertige Komponenten und lässt die Kandidaten somit in der respektablen Acht-Kilo-Gewichtsklasse mitspielen.

Rose stellte alternativ zum angefragten, wegen des coronabedingten Verkaufsbooms nicht verfügbaren 2500-Euro-Modell mit Shimano-105-Ausstattung mit dem 2799 Euro kostenden Reveal Four Disc Ultegra das teuerste Rad im Test. Canyon schickte das Endurace CF SL Disc 8.0 ins Rennen, das zum Zeitpunkt der Anfrage mit 2499 Euro der Budget-Obergrenze entsprach, derzeit jedoch mit 2629 Euro gelistet ist. Komplettiert wurde das Triumvirat mit dem Spire Disc 9.0 von Radon, das mit 2499 Euro auf der Website geführt wird.

Der erste Blick auf den Fuhrpark offenbart vor allem eines: Gemeinsamkeiten. Alle Hersteller setzen auf die Shimano-Ultegra-Gruppe. Dazu gehören die hydraulischen Bremsen mit jeweils 160-Millimeter-Scheiben, die Brems-Schalthebel-Kombination, Umwerfer und Schaltwerk, Elffach-Kassette und Kompakt- beziehungsweise Semi-Kompakt-Kurbel mit zwei Kettenblättern. 28-Zoll-Laufräder sind Standard, bei den Reifen setzen alle drei Hersteller auf 28 Millimeter breite Continental Grand Prix 5000.

Interessant sind die unterschiedlichen Ansätze zur Komfortsteigerung. Was im Rennrad-Kontext zunächst paradox klingt, spielt im Langstreckenbereich nämlich eine nicht zu unterschätzende Rolle. Denn wer gut und verhältnismäßig bequem auf dem Rad sitzt, fährt länger schnell.

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02.11.2020
Quelle: F.A.S.